Die Kennzeichnung von Paletten mit Funkchips wird Realität
Metro setzt auf RFID

Die RFID-Funkchips verlassen das Versuchslabor. Mit einigen Lieferanten startet die Metro-Gruppe die neue Technologie.

hiz DÜSSELDORF. Ab dem 2. November startet die Metro mit dem Einsatz der Radiofrequenz-Identifikation (RFID) in der Logistik. In Zusammenarbeit mit 20 Lieferanten werden die Paletten mit so genannten Smart-Chips gekennzeichnet, die drahtlos auslesbar sind. Einbezogen werden nach Unternehmensangaben ausgewählte Lager der Metro-Gruppe sowie Filialen der Vertriebslinien Metro Cash & Carry, Real und Kaufhof.

Das Unternehmen konzentriert sich auf den Einsatz der neuen Technologie in der Logistik und im Lagermanagement. Die beteiligten Lieferanten, zu denen beispielsweise Colgate-Palmolive, Dr. Oetker, Esprit, Gillette, Henkel, Kraft, Maggi, Nestlé, Procter & Gamble oder Unilever gehören, werden zunächst Warenpaletten mit RFID-Technik versehen. Die dünnen Identifikations-Etiketten enthalten einen programmierbaren Chip und eine Miniaturantenne. An den Warenein- und -ausgängen sind RFID-Lesegeräte installiert. Der Produktcode, der im Chip hinterlegt ist, wird automatisch ausgelesen und an das Warenwirtschaftssystem übergeben.

"Die Metro Group nutzt RFID als eines der ersten Handelsunternehmen für die täglichen Prozesse zwischen Konsumgüterindustrie und Handel", erklärt Zygmunt Mierdorf, Vorstandsmitglied des Metro-Konzerns. "Unser Engagement sehen wir als wesentlichen Beitrag zur Innovationsoffensive im Handel."

Allerdings ist die Palettenkennzeichnung nur ein Anfang. So plant das Unternehmen bereits im kommenden Jahr zusammen mit den beteiligten Industriepartnern auch Transportverpackungen mit Smart-Chips auszustatten. Auf diese Weise soll unter anderem der Warenein- und -ausgang, die Nachschubsteuerung sowie die Verräumung in Lägern und Handelsfilialen automatisiert werden.

Die Kennzeichnung jedes einzelnen Produktes mit Chips als Nachfolger für die heutigen Barcodes wird aber noch auf sich warten lassen, da zum einen die Funketiketten noch zu teuer sind und außerdem noch nicht alle technische Probleme gelöst sind. So ist bei metallischen Verpackungen keine eindeutige Identifizierung möglich, weil die elektrischen Felder, die zum Auslesen der Information dienen, abgeschirmt werden. Zum anderen dauert die Diskussion der Datenschützer über die potentiellen Schnüffelmöglichkeiten durch Funkchips an. Allerdings verspricht sich der Handelskonzern schon bei der automatisierten Logistik erhebliches Einsparpotential. "Mit dem umfassenden Einsatz der RFID-Technologie können wir unsere Prozesse effizienter gestalten, die Warenverfügbarkeit und -sicherheit erhöhen und Kosten senken", so Mierdorf. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Kurt Salmon Associates im Metro Future Store in Rheinbach hat ergeben, dass die Warenverfügbarkeit auf Grund des Einsatzes von RFID signifikant gestiegen ist: Ausverkaufssituationen gingen um neun bis 14 Prozent zurück. Auch der Diebstahl wurde um bis zu 18 Prozent reduziert.

Das Unternehmen hat die RFID-Einführung gemeinsam mit Partnern aus Konsumgüter- und IT-Industrie in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet. Neben dem Future Store diente dazu vor allem das RFID Innovation Center in Neuss. Dort kann die professionelle RFID-Nutzung unter realen Bedingungen an über 30 Anlagen getestet werden.

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