Die mageren Jahre sind vorbei - Computerbranche wieder im Aufwind

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Die mageren Jahre sind vorbei - Computerbranche wieder im Aufwind

Die mageren Jahren sind vorbei. In der Computerbranche geht es wieder aufwärts. Neben Mobilfunkbetreibern melden vor allem Softwareunternehmen und IT-Dienstleister eine starke Nachfrage - viele Unternehmen geben wieder mehr Geld für Investitionen in neue Informations- und Kommunikationssysteme aus.

dpa HANNOVER. Die mageren Jahren sind vorbei. In der Computerbranche geht es wieder aufwärts. Neben Mobilfunkbetreibern melden vor allem Softwareunternehmen und IT-Dienstleister eine starke Nachfrage - viele Unternehmen geben wieder mehr Geld für Investitionen in neue Informations- und Kommunikationssysteme aus.

Die Folge: Erstmals seit dem Boomjahr 2000 sollen im laufenden Jahr wieder neue Jobs geschaffen werden - und zwar 10 000 an der Zahl. „Das Schiff hat wieder Fahrt“, sagt der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold. Wohin die Reise geht, soll einmal mehr die weltgrößte Computermesse Cebit (10.-16.3.) in Hannover zeigen.

Von zweistelligen Zuwachsraten wie Ende der 90er Jahre ist die Branche allerdings immer noch weit entfernt. Nach einem Zuwachs von 2,5 Prozent 2004 erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 136 Mrd. Euro.

Die erste richtige Krise in der vergleichsweise jungen Branche der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK), Anfang dieses Jahrzehnts ausgelöst vom Zusammenbruch des Neuen Marktes, von Wirtschaftskrise und Konsumflaute, hatte viele Unternehmen hart getroffen. Zahlreiche Firmen verschwanden von der Bildfläche, beim Rest stand meist eine harte Restrukturierung an.

Die ITK-Unternehmen hätten in den „dürren Jahren“ ihre „Hausaufgaben“ gemacht, meint Bitkom-Präsident Berchtold: sie hätten Kosten reduziert, Strukturen verschlankt und auf den härteren Wettbewerb reagiert. Viele Mitarbeiter aber verloren dabei ihren Job - waren im Jahr 2000 in der Branche noch rund 820 000 Menschen in Lohn und Brot, sank die Beschäftigtenzahl in den folgenden Jahren auf aktuell 746 000.

Längst nicht alle Firmen aber haben ihre Konsolidierung hinter sich - Beispiel: das Handy-Geschäft von Siemens. Zwar boomt weltweit der Verkauf von Handys, doch die Mobilfunk-Sparte des Münchner Elektrokonzerns verkauft weniger Geräte und schreibt aktuell rote Zahlen. Siemens habe bei neuen Trends öfters den Anschluss an die Konkurrenz verloren, etwa bei Kamerahandys, heißt es in der Branche. Nun wird gerätselt, was der neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld mit der Sparte vor hat: Sanierung, Partnersuche oder Verkauf - mit unklaren Folgen für die Beschäftigten.

Handys jedenfalls sind auch bei der Cebit 2005 wieder ein großes Thema. Im laufenden Jahr werde die Zahl der Handy-Nutzer erneut steigen, sagt Bitkom voraus. Zusätzliche Impulse bringe die neue Technik UMTS. Sie werde viele neue Anwendungen hervorbringen und den Umsatz mit Datendiensten für das Handy „spürbar“ anregen.

Weitere Schwerpunkte der Cebit: die Themen Breitband, IT- Outsourcing und digitales Zuhause sowie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in mittelständischen Betrieben - und der „Dauerbrenner“ Sicherheit. Angesichts der Überflutung mit Viren- und Spam-Mails stoßen Sicherheitsthemen vor allem bei Mittelständlern auf reges Interesse, sagt Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue.

Die Hersteller von Unterhaltungselektronik zeigen auf der Cebit etwa die zunehmende Vernetzung von Geräten sowie Flachbildschirme. Die Unterhaltungselektronik ist inzwischen fester Bestandteil der Cebit - lange Zeit war dies nicht unumstritten. Doch die Kluft zwischen Unterhaltungselektronik und Computer-Industrie sei inzwischen geschlossen, sagte kürzlich der Chef des weltgrößten Chipherstellers Intel, Craig Barrett, auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas.

„Wenn Technologien zusammenwachsen, muss das eine Universal- Fachmesse wie die Cebit auch abbilden“, sagt Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. Es dürfe aber nicht das Bild entstehen, als sei die Cebit vor allem eine „Handy- und Spielemesse“. Im Gegenteil: die Cebit sei insbesondere eine Geschäftsmesse.

Die Cebit hat in diesem Jahr von der wieder anziehenden Branchenkonjunktur profitiert und ihren langjährigen Ausstellerschwund gestoppt. Die Zahl von 6 115 Ausstellern liegt geringfügig höher als 2004 - damit ist die Cebit allerdings weit entfernt vom Rekordjahr 2001 mit mehr als 8 500 Ausstellern.

Und: die Ausstellungsfläche ist geringer als im vergangenen Jahr. 306 000 Quadratmeter sind gebucht - 2004 waren es 312 000 Quadratmeter. Viele Unternehmen müssten sparen, heißt es bei der Deutschen Messe AG. Sie kämen zwar weiterhin zur Cebit, mieteten aber einen kleineren Stand.

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