Die Nasa im Web 2.0
Twittern aus dem Weltall

Auch die Nasa setzt auf Web-2.0-Medien: Die aktuelle Mission der Raumfähre Atlantis zur Reparatur des Hubble-Teleskops ist auch die Premiere für "Twittern aus dem Weltall". Und die Botschaften zum Astronauten-Alltag, die „Astro_Mike“ täglich versendet, werden von der Twitter-Gemeinde angenommen.

ap GREENBELT/USA. Botschaften aus dem Weltall waren schon immer kurz und prägnant. Auf der Erde gibt es für die Verbreitung von Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen den Internet-Dienst Twitter. Auch Mike Massimino hält die Welt auf diese Weise über seinen Alltag auf dem Laufenden. Seit einigen Tagen berichtet er allerdings nicht mehr aus Restaurants, aus dem Fitnessstudio oder vom Fernsehsofa aus. Der Astronaut ist in dieser Woche der erste Mensch, der aus dem Weltall „twittert“.

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit“, sagte Neil Armstrong, als er 1969 den Mond betrat. 82 Zeichen. „Houston, wir haben ein Problem“, funkte von der Apollo 13 ein Jahr später der Astronaut James A. Lovell. 30 Zeichen. Für den Weltraum scheint Twitter wie geschaffen. Doch bei den bisherigen Missionen waren die neuen Internet-Medien eben noch nicht so weit. Heute verfolgen rund 270 000 Interessenten gespannt, was der Nutzer Astro_Mike vom Alltag an Bord eines Space Shuttles zu erzählen hat - sofern man in einer Raumfähre von Alltag sprechen kann.

Seine Nachrichten aus dem All schickt Massimino per E-Mail zur Nasa, die sie dann in den Twitter-Dienst gibt. Die amerikanische Raumfahrtbehörde hat die sozialen Netzwerke im Internet für sich entdeckt. Nicht nur bei Twitter zeigt sie Präsenz, auch bei Facebook, YouTube, Flickr und MySpace kann sich jedermann über das Neueste aus der Weltraum-Welt informieren. Mark Polansky, der Leiter der nächsten Shuttle-Mission, holt über YouTube Fragen ein, die er später aus dem Orbit beantworten will. „Ares“, die nächste Nasa-Rakete, die Astronauten zum Mond bringen soll, hat auch schon einen Twitter-Account, obwohl sie noch gar nicht gebaut ist.

Für die Nasa gehe es um die Nutzung der modernen Kommunikationsmittel, aber natürlich auch um Marketing, sagte ein Sprecher der Raumfahrtbehörde. Es scheint zu funktionieren: In der „Retweet“-Rangliste der beliebtesten „Twitterer“ stand der offizielle Nasa-Dienst am Donnerstag auf Platz zwölf. Die persönliche Berichterstattung von Mike Massimino rangierte sogar auf Platz fünf.

„Aus dem Orbit: Start war fantastisch! Ich fühle mich großartig, arbeite hart, und genieße die herrliche Aussicht, das Abenteuer meines Lebens hat begonnen“, schrieb der 46-Jährige am Mittwoch. „Aus dem Orbit: Gewöhne mich langsam an das Leben im Weltall und mache mich bereit für unser Rendezvous mit Hubble“, hieß es am Donnerstag. Möglicherweise wird Massimino in den nächsten Tagen wenig zum Twittern kommen. Für Freitag und Sonntag stehen nämlich anstrengende Einsätze im freien All auf dem Programm.

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