Die treue Gemeinde der Apple-Fans ist verunsichert
Kommentar: Beifall und Buhrufe

SAN FRANCISCO. Die Katze ist aus dem Sack. Apple-Chef Steve Jobs hat bestätigt, dass die wichtigen Zentralprozessor-Chips nicht mehr von IBM und der Motorolatochter Freescale kommen sollen, sondern vom Marktführer Intel. Den möglichen Wechsel pfiffen die Spatzen schon seit Wochen von den Dächern der Businesstempel. Dennoch war der Schock für eingeschworene Apple-Fans groß – galt doch Intel bisher als ein Erzfeind der Mac-Computer.

Doch Steve Jobs, Visionär und Guru in den Augen seiner Fan-Gemeinde, durfte dem langsamen Schwinden der Marktanteile bei den Apple-Computern nicht tatenlos zusehen. Nach Angaben von Marktforschern lag er zuletzt nur noch bei etwas über 2 Prozent.

Die PowerPC-Chips von IBM und Freescale konnten mit den Prozessoren von Intel und AMD nicht mehr mithalten. In erster Linie geht es wohl um den Preis. Apple-Computer sind im Schnitt etwa 300 Dollar teurer als vergleichbare Rechner von Dell. Ein Problem, da der Markt offenbar immer mehr preisgünstige Maschinen wie den jüngsten vorgestellten Mini-Mac erwartet.

Hinzu kommen die "Hitzeprobleme" der Prozessoren von IBM. Diese gab es bei Intels Pentium 4-Chips zwar auch. Doch Intel kann sie durch seine neue Mehrkernstrategie offenbar besser lösen, während IBM sich derzeit mit seiner Mehrkerntechik stärker bei Chips für Spielekonsolen engagiert. Dies zeigt das Cell-Projekt mit Sony und Toshiba.

Doch Apple braucht dringend einen neuen, stromsparenden Prozessor für ein Notebook. Steve Jobs hat sogar eingeräumt, dass am Firmensitz in Cupertino schon seit fünf Jahren ein kleines, streng abgeschottetes Team an dem Intel-Projekt gearbeitet hat.

Letztlich darf es nicht auf den Chip einkommen, um künftige Computersysteme für eine breite Schicht attraktiv zu machen. Leicht verständliche Nutzung und gefälliges Aussehen werden - wie bei den Autos - darüber entscheiden, welches System gekauft wird. Das sind Tugenden, für die Apple bekannt ist. Darauf muss und wird Jobs mit seinen künftigen Intel-Macs setzen, soll Apple als gefragte Marke wieder stärker werden und nicht als „Wir-auch-Computer“ in der Maße der PCs untergehen. Doch der Übergang wird sicher eine harte Nuss. Vermutlich werden viele auf die neuen Macs von 2006 warten. Ein vorübergehend weiter sinkender Marktanteil dürfte vorprogrammiert sein.

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