Die weltgrößte Messe für Videospiele zeigt neue Varianten
Die Spieleindustrie verbannt den Joystick in die Mottenkiste

Interaktion ist Trumpf. In Zukunft ist beim Spielen voller Körpereinsatz gefragt. Videokameras und an Armen und Beinen befestigte Sensoren sollen den Spaß am Spielen steigern.

LOS ANGELES. Die Arme des schmächtigen jungen Mannes sausen blitzschnell durch die Luft. Der Gegner ist angeschlagen. Ein wuchtiger, seitlich geführter Tritt lässt ihn wanken und mit einer gekonnten Tritt-Schlag-Kombination wird dann der „Sack zugemacht“ – der Zwei-Zentner-Kämpfer sinkt in den Staub.

Jedenfalls auf dem Fernsehschirm. „Sie haben gewonnen“ steht da in großen Lettern. Echt ist nur der junge Mann, der mit Kabeln und Sensoren ausgerüstet leicht schwitzend vor dem Gerät steht. Er übt auf dem französischen Stand auf der Spielemesse E3 in Los Angeles, um Interessenten das „Bodypad“ vorstellen zu können, das neueste Produkt des Pariser Startups Xkpad.

Die Sensoren sind mit Klettbändern an Armen und Beinen befestigt und übertragen die Bewegungen an eine Box, die sie wieder in Befehle umsetzt, die eine handelsübliche Spielekonsole versteht.

Interaktion ist Trumpf in Los Angeles. Auf dem koreanischen Gemeinschaftsstand zeigt Bestsoft den „Actionstick“. Dies ist ein mannshoher Stab, in Augen- und Kniehöhe mit Sensoren ausgestattet, die Körperbewegungen aufnehmen und in Steuerbefehle umsetzen. Die Koreaner wollen alle Kabel oder Sensoren vom Körper des Spielers verbannen.

Alternative Spielecontroller, früher als Schnickschnack für Spielefanatiker belächelt, gelten als Hoffnungsträger, seit Sony mit „Eyetoy“ einen Überraschungscoup landete. Der Spieler bewegt sich dabei vor einer Videokamera und wehrt mit seinen Armbewegungen Außerirdische ab, boxt sich durch feindliche Horden oder drückt virtuelle Knöpfe. Ein Partyspaß für alle Altersgruppen. Sony will so neue Käufergruppen für die Playstation 2 erreichen. Jeff Holove, Director Interactive Entertainment bei Logitech, sieht großes Potenzial: „Eyetoy steht erst ganz am Anfang. Da werden wir noch viel mehr sehen.“

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