Die Zahl der Haushalts-Roboter steigt stärker als je zuvor. Hoffentlich revoltieren sie nicht
Service-Roboter erobern Haushalt

Im Allgemeinen sind Roboter friedliche Naturen. Sie saugen den Teppichboden, mähen Golfplätze, schweißen Autos zusammen oder reinigen Swimming-Pools. Und doch klingen diese Zahlen bedrohlich. Denn nach der jetzt veröffentlichten Studie der „U.N.'s Annual World Robotics Survey“ wird die Zahl der Haushaltsroboter von derzeit weltweit rund 600 000 auf 4,1 Millionen im Jahr 2007 steigen.

FRANKFURT. Wird „I, Robot“ Realität? Nicht auszudenken, wenn man an den durchgedrehten Milchglas-Roboter „Sonny“ denkt, der im besagten Film ein echtes Problem mit dem 1952 von Isaac Asimov formulierten ersten Robotergesetz hat: Ein Roboter darf keinen Menschen verletzten oder ihn zu Schaden kommen lassen, in dem er untätig bleibt.

„Das ist Hollywood“, sagt Rolf Dieter Schraft, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Selbst wenn wir die Maschinen noch so intelligent machen, den Hauptschalter haben wir weiterhin fest im Griff.“ Das sagt er, weil er gute Erfahrungen gemacht hat. Das IPA entwickelte mit dem „Care-O-Bot II“ selbst einen batteriebetriebenen E-Butler. Auf den Zuruf: „Ich will Saft“ weiß er, dass er in die Küche zu gehen hat, den Kühlschrank öffnen, eine Flasche holen und herbringen muss, ohne sie fallen zu lassen. Immerhin. Der durchschlagende Erfolg in Deutschland wird sich wahrscheinlich aber erst einstellen, wenn ein Nachfolgemodell auch ein frisches Bier zapfen kann. In Japan sind die Robots dagegen schon allgegenwärtig. „Der Umsatz mit Personalrobotern wird den der gesamten PC-Industrie übertreffen“, prophezeit Toshi Doi, oberster Roboterentwickler bei Sony. Im Reich der aufgehenden Sonne gelten Roboter nicht nur als Statussymbol, sondern auch als praktisch. Nirgends auf der Welt gibt es im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr alte Menschen. Und so entwickelte der Konzern Sanyo eine Robo-Wanne, in der Menschen vollautomatisch gebadet werden können. Und Myspoon, eine rund 3700 Euro teure Pflegehilfe von Secom, hilft alten Menschen, die nicht mehr allein essen können.

>>> Fotostrecke: Szenen aus I, Robot mit Will Smith.

Roboter sind leider teuer. Und das ist der Hauptgrund, warum sie sich in Deutschland noch nicht so durchgesetzt haben. Der Robocleaner des Reinigungsgeräteherstellers Kärcher (Preis: 1500 Euro) ging seit der Einführung im Herbst 2003 circa 1000 mal über den Tisch. Und der schwedische Electrolux-Konzern lässt seinen Trilobite (Preis: 1799 Euro) herrenlose Wohnungen saugen. Wie der Trilobite erkennt auch der Robo-Sauger Roomba des US-Konzerns iRobot Hindernisse per Ultraschall und umkurvt sie. Garten-Faulpelze können bei Electrolux auch den „Auto-Mower“ erwerben, denn Husqvarna hat seinen 3000 Euro teuren Solarmäher inzwischen ausrangiert. Zu viele Rasenstücke ließ der Mäh-Roboter unbeachtet. Perfektion liegt den Robotern eben noch nicht so, wie auch das Beispiel der inzwischen abgeschalteten Operations-Roboter von Integrated Surgical Systems zeigten, die zuweilen Nerven und Muskeln durchtrennten. An so viel Inhumantität hätte der fiese Humanoid Sonny aus „I, Robot“ bestimmt seine Freude gehabt. Guido Walter

Quelle: www.news-frankfurt.com

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