Dienstleister stellen Kosteneinsparungen in Aussicht
Kliniken entdecken das IT-Outsourcing

Angesichts des enormen Effizienz- und Kostendrucks in der Gesundheitsbranche setzen auch Mediziner zunehmend auf das IT-Outsourcing.

HB MÜNCHEN. Die MeVis Distant Services (MDS) beispielsweise bietet als Geschäftsmodell eine computerunterstützte Analyse von Bilddaten der Leber an. Die Bremer sind weltweit die ersten Dienstleister, die vor Tumoroperationen und Organspenden innerhalb weniger Stunden für Kliniken, Arztpraxen und radiologische Zentren Computertomographie- und Magnet-Resonanz-Tomographie-Aufnahmen der Leber analysieren, als dreidimensionale Modelle mit allen anatomischen Einzelheiten und pathologischen Veränderungen darstellen, gefährdete Strukturen identifizieren und die Risiken eines chirurgischen Eingriffs berechnen. Zu den MDS-Kunden gehören über 50 medizinische Einrichtungen in Europa, Asien und den USA, zum Beispiel die Universitätskliniken in Köln, Leipzig und Tübingen, das Allgemeine Krankenhaus Celle und die Chirurgische Universitätsklinik Freiburg.

„Aufgrund der Qualität unserer Daten ist es den Ärzten möglich, chirurgische Eingriffe an der Leber exakt zu planen und die Risiken unterschiedlicher Operationsstrategien gegeneinander abzuwägen“, sagt MDS-Vorstand Holger Bourquain. Nicht einmal für eine Hand voll Kliniken in Deutschland wäre der Kauf der entsprechenden Software und das Abstellen von Spezialisten für die Anwendung rentabel. Bourquain setzt bei seinem Geschäftsmodell auf eine Win-Win-Konstellation: „Durch Vermeidung von schweren Komplikationen und unnötiger onkologischer Operationen können in Deutschland jedes Jahr Millionen von Euro eingespart werden.“

Ein anderes Beispiel für IT-Outsourcing an Kliniken liefert das Krankenhaus Dresden-Neustadt. Hier wurde der Support für das Klinikinformationssystem in die Hände des IT-Dienstleisters SAP SI gelegt. Das Unternehmen kümmert sich um den Betrieb der im Haus genutzten Programme – von SAP R/3-Standardanwendungen wie Finanz- und Rechnungswesen, Materialwirtschaft und Controlling bis zum Dokumentations- und Kommunikationssystem für die Klinik-Abläufe. Auch die Pflege und Weiterentwicklung der Anwendungen wurden SAP SI übertragen. „Das Outsourcing ist für uns kostengünstiger, als die Aufgaben in Eigenregie zu stemmen“, sagt Manfred Kühne, EDV-Leiter des Krankenhauses.

Im Universitätsklinikum Mannheim kümmert sich die Steria Group um das SAP R/3-System. „Kalkulierbare Kosten und Synergie-Effekte bei Betrieb und Betreuung“, sind für Krankenhaus-Geschäftsführer Alfred Dänzer die wichtigsten Vorteile der IT-Ausgliederung. Aus Gründen des Datenschutzes hat das Klinikum die Datenbanken und die Applikationsbetreuung aber in den eigenen Händen behalten.

„Das ist nicht untypisch“, sagt Ines Gröner, Ärztin und Beraterin bei Mummert Consulting in Hamburg. „Betriebe des Gesundheitswesens beginnen in der Regel mit dem Outsourcing administrativer Lösungen. Erst nach und nach geben sie auch sensiblere Dienste ab.“ Die IT-Dienstleister müssten zunächst Vertrauen schaffen. Neben SAP SI und Steria spielten vor allem Accenture, CSC Ploenzke, IBM, RZV und Thyssen Krupp Healthcare Services eine wichtige Rolle als Outsourcing-Dienstleiter für Kliniken.

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