Digital-Fernsehen
Mehr Tempo, bitte!

Mehr Tempo bei der Verbreitung des digitalen Fernsehens fordert der Branchenverband gfu im Vorfeld der Unterhaltungselektronik-Messe Ifa von Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk. Die gfu veranstaltet auch die Internationale Funkausstellung.

HB KRONACH. Die Modernisierung der Rundfunktechnik müsse vorangetrieben werden, sagte Loewe-Chef Rainer Hecker, der auch Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) ist, in einem Interview. Deutschland hinke vor allem wegen der föderalen Entscheidungsstrukturen dem eigenen Zeitplan und Nachbarländern wie Frankreich bei der flächendeckenden Einführung des digitalen Fernsehens hinterher. Neben der RTL-Gruppe - einst Verfechter des hochauflösenden, digitalen Fernsehens (HDTV) - bremse vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Entwicklung. "Den "Musikantenstadl' wird es vor 2009 oder 2010 nicht in HDTV geben." Nur die privaten Senderkonzerne Premiere und Pro Sieben Sat1 setzten die Technik, die ein schärferes TV-Bild auf modernen Geräten liefert, zumindest teilweise in der Breite ein.

Die Verzögerungen schadeten Deutschland als Markt und Standort für Unterhaltungselektronikproduzenten, sagte der Chef des größten deutschen Fernsehgerätherstellers. Er fordert einen konkreten Fahrplan von den öffentlich-rechtlichen Sendern und Medienpolitikern für weitere Einführungsschritte. "Wir könnten wieder Vorreiter werden oder zumindest in der einen oder anderen Thematik avancieren." In den vergangenen Jahren sei Deutschland hinter Großbritannien als größter europäischer Markt für Unterhaltungselektronik zurückgefallen und liege nun gleichauf mit Frankreich auf Rang zwei.

"Medienpolitik ist auch Wirtschaftspolitik", mahnte Hecker. Deutschland galt einst mit Unternehmen wie Dutzenden Unternehmen der Branche, darunter klingende Namen wie Grundig, Telefunken und Schneider, als führender Standort der Welt. Übrig blieben im Wesentlichen drei Hersteller: Loewe, Metz und TechniSat.

Die IFA gewinnt mit der Umstellung auf einen jährlichen Turnus nach Einschätzung Heckers an Bedeutung. "Wir sehen uns bestätigt. Die Jährlichkeit ist ein Abbild des Marktes und der hohen Innovationsdynamik", sagte er. Auch Konzerne wie Sony, die der Messe zuletzt ferngeblieben waren, seien nun wieder überzeugt dabei. Fachhandelsverbände wie Expert und Electronic Partner ermunterten verstärkt ihre Mitglieder zum Messebesuch. Die Ausstellung werde zunehmend internationaler.

Hauptthemen der Messe seien in diesem Jahr vor allem hochauflösende Fernseher und entsprechende Speichermedien wie BluRay und HD-DVD, die zunehmende Vernetzung von verschiedenen Abspielgeräten und Computern sowie mobile Geräte. Manche Vision, mit der experimentiert worden war, werde aber vorerst keine Bedeutung am Markt finden. "Das dreidimensionale Fernsehen, also räumliche Tiefe, wird wohl weiter ein Traum bleiben."

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