Digital Imaging auf der Photokina
Die Diashow auf dem Schreibtisch

Trotz aller Unkenrufe: Das Geschäft mit digitalen Bildern boomt. War lange Zeit nicht klar, ob Nutzer einer digitalen Kamera ihre Schnappschüsse nur auf ihren Festplatten horten oder sie tatsächlich auch auf Papier bringen werden, zeigt sich inzwischen, dass die Menschen gerne etwas reales in der Hand halten.

KÖLN. Fotodateien landen nicht nur auf dem PC oder bei Flickr und Co im Internet: 2007 haben auch klassische Papierfotos wieder an Boden gewonnen. Die Zahl der Bildbestellungen von digitalen Fotos stieg laut einer Erhebung des „Photoindustrie-Verbandes“ und GfK um 18 Prozent auf 12,9 Milliarden Abzüge. Damit sei der Einbruch der vergangen Jahre fast wieder wettgemacht, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Helmut Rupsch, im Vorfeld der „Photokina“, die gestern Köln eröffnet wurde – und noch bis zum Sonntag andauert.

Die meisten Bilder werden über das Internet bestellt. Viele Online-Fotodienste haben allerdings kein eigenes Labor, sie lassen die Bildabzüge bei einem Dienstleister herstellen. Nahezu die Hälfte aller Digitalfoto-Abzüge in Deutschland kommen aus dem Großlabor des Unternehmens Cewe Color in Oldenburg.

Neben der Onlinebestellung haben sich Kiosksysteme in Drogerie- und Lebensmittelketten durchgesetzt. Die Kunden können ihre Bilder, die sie auf Speicherkarten oder CD-Roms aufbewahren, über die Automaten direkt auf Fotopapier ausdrucken oder beim Großlabor bestellen. „Die Geräte arbeiten komplett eigenständig – von der digitalen Eingabe bis zum Ausdruck“, erläutert Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin IPG (Imaging und Printing Organisation) bei Hewlett Packard (HP). Alleine in Deutschland stehen nach Angaben des Photoindustrie-Verbandes mehr als 18 000 solcher Eingabesysteme für digitale Bilder bereit. HP hat vor kurzem einen Vertrag mit der Metro Tochter Real abgeschlossen und betreibt bis 2011 dort 500 Kiosksysteme.

Überrascht ist die Branche von dem Erfolg von Fotobüchern. Von ihnen sollen in diesem Jahr vier Millionen Stück mit durchschnittlich 120 Aufnahmen verkauft werden – ein Plus von über 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit das gelingt, haben Foto-Dienstleister wie CeWe Color das Standard-Angebot, das bislang aus Büchern im Din-A4-Format bestand, erweitert. Gleichzeitig hat die Firma die Software optimiert, mit der Kunden ihre Fotobücher zusammenstellen können.

„Wir bringen jedes halbe Jahr eine neue Version heraus“, sagt Reiner Fageth, im Vorstand des Foto-Dienstleisters für F&E zuständig. Das sei notwendig, um den Kunden immer neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten zu können. Die Software, die jetzt in Köln vorgestellt wird, erlaubt es den Nutzern nun Bilder aus dem Internet in ihre Fotobücher zu integrieren.

Auch die Druckerhersteller hoffen von dem Boom der digitalen Bilder zu profitieren. Nachdem sich spezielle Fotodrucker nicht durchsetzen konnten, setzen Hewlett-Packard, Epson und Co. auf Multifunktionsgeräte. Die Alleskönner für den Druck, das Scannen und Kopieren werden als vollwertiges Fotolabor zum Einscannen von Dias, Negativen und Papierfotos angepriesen. Laut GfK sind bisher weltweit rund 120 Millionen dieser Alleskönner in Gebrauch. Und es werden täglich mehr. Im letzten Jahr hat die Anzahl der Geräte in Westeuropa um rund 19 Prozent zugelegt.

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