Digitaler Klon
Nie mehr sterben

Dem Tod die Stirn bieten: Eine Internet-Firma in den USA hat das Problem der Vergänglichkeit gelöst. Sie verschafft ihren Kunden einen digitalen Klon im Netz. Der intelligente Avatar hält dann postum Kontakt zu Hinterbliebenen.
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HAMBURG. Rentenkürzungen, Reifenpannen, Naturkatastrophen, alles verdammt ärgerlich. Doch die größte Frechheit des Lebens ist und bleibt, dass es mit dem Tode endet. Das betrifft nicht nur das eigene Leben. Auch Freunde und Verwandte sterben. Oft, obwohl man sie noch dringend etwas fragen wollte.

Die Firma Intellitar will dem Tod nun die Stirn bieten. „Intellitar“ – der Name steht für „Intelligent Avatar“, eine Netz-Kopie des Nutzers also. Am heutigen Mittwoch soll die entsprechende Website offiziell den Betrieb aufnehmen. Dann kann man sich seinen persönlichen Intellitar basteln: Stimme, Optik, Erfahrungswissen, binnen weniger Stunden ist das zweite Ich zusammengeschraubt. Beziehungsweise zusammen-programmiert. Höchstens Computerviren könnten das Fortleben auf dem Computerbildschirm dann noch bedrohen.

In einem Interview mit der Huntsville Times erklärt Gründer und Geschäftsführer Don Davidson, es ginge darum, auf der Grundlage vorhandener Technologien eine Art lebendiges Vermächtnis zu schaffen, einen „digitalen Klon, wenn Sie so wollen“. Man hinterlässt den nachfolgenden Generationen dadurch nicht nur etwas Bleibendes. Man bleibt auch in guter Erinnerung. Freundlich, jung, jederzeit verfügbar.

Und besonders klug. Der Intellitar kann nämlich mehr als mit der eigenen Stimme die Fragen zu beantworten, die sein reales Alter-Ego ihm zuvor vorgesprochen hat. Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) soll er auch auf gänzlich Neues reagieren können. Sofern der Besitzer seinen Avatar zu Lebzeiten sorgfältig pflegt, lässt sich das künstliche Gehirn zur Hochform trainieren.

Und sollte der Avatar von Netzbesuchern doch einmal in Verlegenheit gebracht werden, erhält der Besitzer eine Nachricht – und kann das gewünschte Wissen alsbald nachbessern. Vorausgesetzt natürlich, der nicht-virtuelle Besitzer lebt noch.

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Kommentare zu " Digitaler Klon: Nie mehr sterben"

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  • Fliegen-Fischer? Dieses grässliche Modewort!

    Weiß denn niemand mehr, wie das mal im Deutschen hieß?

    Angler!

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