Digitales Negativ zur Vereinheitlichung von Daten aus digitalen Kameras
Datenformat für digitalen Workflow

Ein einheitliches Datenformat für Digitalkameras soll die Bearbeitung von Bildern vereinfachen. Das digitale Negativ soll für Fotos das werden, was das PDF im Dokumenten-Bereich ist.

hiz DÜSSELDORF. Ein neues Datenformat soll die Daten aus Digitalkameras vereinheitlichen und so die Nachbearbeitung erleichtern. Mit den DNG-Spezifikationen stellt Adobe eine Spezifikation vor, die in einer Datei neben den Bilddaten auch so genannte Metadaten, wie Kameratyp, Belichtungszeit, Blende etc. speichert.

Ursache für die Initiative ist die fehlende Vereinheitlichung bei den Kameraherstellern. Professionelle Kameras speichern ihre Daten im sogenannten Raw-Format ab. Dabei wird das Bild unkomprimiert und ohne Bearbeitung, wie zum Beispiel Weißabgleich gespeichert. Deshalb werden parallel dazu die Metadaten gespeichert. Es handelt sich im Prinzip um das digitale Pendant zum traditionellen Film-Negativ. Die Raw-Daten erhalten alle bei der digitalen Aufnahme gesammelten Bildinformationen in ihrem Originalzustand und bieten dadurch Flexibilität und optimierte Bildqualität. Die Art, wie die Daten abgelegt werden ist allerdings von Hersteller zu Hersteller verschieden. Diese unterschiedlichen Datenformate erschweren die Nachbearbeitung. "Zudem kann heute niemand wissen, welche der derzeit genutzten Raw-Formate in 10 Jahren noch unterstützt werden", bemerkt Bryan Lamkin, Senior Vice President of Digital Imaging and Digital Video Products bei Adobe. Aus Erfahrung weiß er: "Professionelle Fotografen und andere Kreativ-Profis steigen zunehmend auf Workflows um, die auf Raw-Daten beruhen. Damit haben sie eine ausgezeichnete kreative Kontrolle über ihre digitalen Aufnahmen. Dennoch erschweren völlig unterschiedliche Formate die Arbeit von Kunden und Publishern."

Zudem wollen Fotografen in ihren Bildarchiven Raw-Daten langfristig speichern, weil diese im Gegensatz zu den Standards JPEG und TIFF die komplette Bildinformation enthalten. Bei den aktuellen Raw-Formaten können langfristig Schwierigkeiten auftreten, weil sie nicht dokumentiert und an bestimmte Kamera-Modelle gebunden sind. Es besteht das Risiko, dass solche Formate nach einiger Zeit nicht mehr unterstützt werden.

Das Digital Negative Format soll es ermöglichen, Digitalfotos auch über zukünftige Generationen hinweg in ihrer ursprünglichen Form zu sichern. Mit dem PDF Format hat das Unternehmen schon einmal ein Datenformat kreiert, das heute weite Verbreitung hat. Ähnliche Pläne verfolgt man nun mit dem DNG-Format. DNG basiert auf dem TIFF EP Format, das bereits als Basis für viele proprietäre Raw-Formate dient. Zusätzlichen wird eine Vielzahl von Metadaten gespeichert, um Details der Kamera und ihrer Einstellungen zu beschreiben. Nach den Angaben können Kamerahersteller zusätzlich ihre eigenen Felder für Metadaten integrieren.

Die Definition des Datenformates ist offen gelegt und bietet nach Ansicht des Softwarehauses den Herstellern digitaler Fotoapparate die Möglichkeit, dieses Format direkt in den Geräten zu implementieren. Einen kostenlosen Konverter für verschiedene RAW-Formate steht im Internet zum Download bereit.

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