Digitales Testament: Google regelt das Leben nach dem Tod

Digitales Testament
Google regelt das Leben nach dem Tod

Dokumente, Fotos, Online-Profile: Was geschieht mit den Daten, wenn der Nutzer stirbt? Mit einem neuen Dienst empfiehlt sich Google nun als digitaler Testamentsvollstrecker. Ein makabres, aber wichtiges Geschäftsfeld.
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New YorkFür den Tod gibt es seit jeher viele beschönigende Umschreibungen. Doch Google hat nun ein Wort gefunden, das ins digitale Zeitalter passt: „Inaktivität“. „Kein guter Name, das wissen wir“, schreibt Produktmanager Andreas Türk im Firmenblog über den neuesten Service des Internet-Konzerns – den „Inactive Account Manager“.

Unter diesem Namen bietet Google seit Donnerstag ein Programm für eine Art digitales Testament an: Nutzer können damit bestimmen, was nach ihrem Tod mit ihren Daten geschehen soll. Das Feature soll es möglich machen, „das digitale Leben nach dem Tod zu planen“, schreibt Türk an die Leser. „Und es soll das Leben für Ihre Angehörigen erleichtern, nachdem Sie gegangen sind“.

Google greift damit ein Thema auf, für das wohl die Wenigsten planen, das gleichwohl immer wichtiger wird, je mehr wir im Internet unterwegs sind: Was passiert mit all den E-Mails, Online-Konten, Fotos, Dokumenten und Profilen bei sozialen Netzwerken, wenn wir sterben? Unsere Daten sind schließlich unsterblich.

Für die Angehörigen ist das bislang eine meist schwierige Aufgabe. Zwar haben in Deutschland Erben das Recht, die Passwörter der Online-Accounts der Verstorbenen zu erfahren. Doch viele Unternehmen stellen sich dabei wegen Persönlichkeitsrechten quer. Dann hilft nur eine Klage – was umso schwieriger ist, wenn die Firma ihren Sitz im Ausland hat.

In den vergangenen Jahren haben es sich einige Unternehmen deshalb zum Geschäft gemacht, digitale Testamente anzubieten oder im Auftrag der Angehörigen zu ermitteln. So etwa die deutsche Firma Semno: Sie durchforstet auf Antrag das Online-Leben des Verstorbenen, speichert Daten oder kündigt Profile. Dienste wie Emorial bieten dagegen eine Art virtuelle Friedhöfe an, wo Freunde des Verstorbenen trauern können.

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  • Da ja ein Sterbefall 6.000 Euro kostet (ohne Luxus), bietet es sich für die IT-Branche ja auch an, da in welcher Form auch immer, zu versuchen mit abzukassieren.
    Die Hinterbliebenen haben nach einem Sterbefall genug zu erledigen, denke dass Soziale-Netzwerke und der andere virtuelle Müll den meisten eh dann am A... vorbei gehen.
    Sicher gibt es nicht wenige Bekloppte denen man virtuelle Friedhöfe und Schwachsinn vorgaukeln kann und die dann schon vorher Jahrelang bezahlen.

    Friedhöfe gibt es im übrigen im realen Leben in echt!

  • Wenn ich Asche zu Asche und Staub zu Staub bin, ist mir das ehrlich gesagt völlig egal, ob da noch Datenmüll von mir im net herumschwebt. Das hat doch was Bleibendes? Anders, als wenn dann bei Haushaltsauflösungen, gerade bei Alleinstehenden, alles unwiderruflich auf den Müll kommt.

  • Tja, mitgegangen, mitgefangen, im Digitalmüll versunken...

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