Digitalkamera-Absatz rückläufig
Photobranche lässt sich Optimismus nicht nehmen

Trotz Umsatzrückgängen in Deutschland - selbst bei Digitalkameras - ist die Photobranche für die Zukunft sehr zuversichtlich. Die Hoffnungen der Industrie richten sich vor allem auf das zweite Halbjahr.

HB KÖLN. Der Vorsitzende des Photoindustrie-Verbandes, Harald Horn, sagte am Dienstag in Köln, zwar sei im ersten Halbjahr ein Umsatzminus von rund sechs Prozent zu verzeichnen. Die Branche rechne aber mit mehr Wachstum im traditionell besseren zweiten Halbjahr und insgesamt mit einem leichten Umsatzplus auf 6,16 Mrd. Euro für das gesamte Jahr.

Neue Impulse erhofft die Industrie von der in 14 Tagen in Köln beginnenden Photokina, einer der bedeutendsten Messen für diesen Sektor weltweit. Die Umsatzverluste sind nach den Worten von Horn vor allem auf weitere Rückgänge beim Verkauf analoger Kameras und dazu gehöriger Geräte wie Diaprojektoren zurückzuführen. Dies sei vom weltweit anhaltenden Boom bei Digitalkameras nicht aufgefangen worden. In Deutschland zeige sich bereits eine gewisse Sättigung, räumte Horn ein.

Nach Schätzungen des Verbands werden in Deutschland im laufenden Jahr etwa zehn Prozent weniger Kameras verkauft als im Jahr 2005. Analoge Kameras dürften ein Minus von 48,5 Prozent auf rund 500 000 Stück aufweisen. Aber auch bei Digitalkameras, mit geschätzten 93 Prozent Marktanteil im laufenden Jahr, werden keine Zuwächse mehr erwartet: Sieben Mill. verkaufte Geräte bedeuten den Schätzungen zufolge einen Rückgang von rund 5,8 Prozent.

Der Optimismus der Branche stützt sich auf die zunehmende Verbreitung der teureren digitalen Spiegelreflexkameras. Hier wird nach den Angaben Horns ein Zuwachs von 67 Prozent auf 550 000 Stück erwartet. Dagegen scheint bei Camcordern eine Stagnation einzutreten. Der Verband rechnet mit dem Absatz von 840 000 Geräten, ebenso viele wie 2005.

Dagegen legt der Verkauf von Photodruckern weiter zu. Der Verband erwartet einen Absatz von 545 000 Geräten im laufenden Jahr, ein Plus von 28 Prozent. Dies dürfte weitere Umsätze mit Tinte und hochwertigem Druckpapier zur Folge haben. Dank Digitaltechnik werde mehr photographiert als zuvor, erklärte Horn. "Darin liegt ein riesiges Potenzial für die kommenden Jahre. Hauptaufgabe wird es sein, die elektronischen Bilder aufs Papier zu bringen."

Weltweit sieht die Branche auch für die Zukunft eine positive Entwicklung voraus. Der Weltmarkt mit Photo- und Imagingprodukten (wozu beispielsweise auch Computer zur digitalen Bildverarbeitung gezählt werden) habe ein Volumen von 125 Mrd. Euro, sagte Horn. Auf Europa entfielen davon 35 Mrd. Euro, auf Deutschland etwa sechs Mrd. Euro. Weltweit würden in diesem Jahr etwa 110 Mill. Kameras verkauft, davon allein 98 Mill. Digitalkameras.

Die Photokina in Köln öffnet am 26. September ihre Tore. Rund 1 600 Aussteller aus 45 Ländern stellen bis 1. Oktober ihre Produkte vor. Erstmals ist auch der Computerhersteller Apple mit einem eigenen Stand vertreten. Die Messe erwartet rund 160 000 Besucher.

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