Domain abgeschaltet „Informationskrieg“ um Wikileaks

Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Erst wirft Amazon Wikileaks von seinen Cloud-Servern, nun wurde die Domain wikileaks.org abgeschaltet. Wikileaks flüchtet in die virtuelle Heimat Schweiz. IT-Experten wundern sich über die Abschaltung. Für den Netzaktivisten John Perry Barlow ist der erste "Info-War" ausgebrochen. Unterdessen meldet sich Wikileaks-Chef Julian Assange aus dem Untergrund.
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Julian Assange meldete sich am Freitag aus dem Untergrund. Der Wikileaks-Chef wird wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gesucht. Quelle: dpa

Julian Assange meldete sich am Freitag aus dem Untergrund. Der Wikileaks-Chef wird wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gesucht.

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HB BERLIN. Wikileaks.org ist gelöscht, die von Wikileaks gestreuten Dokumente sind aber weiter verfügbar. Eine US-Firma hat die zentrale Adresse entfernt, unter der Wikileaks bisher im Browser aufgerufen wurde. Damit haben die Maßnahmen gegen das umstrittene Projekt eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Die Domain wikileaks.org sei von der US-Firma everyDNS.net "gekillt" worden, teilten die Betreiber im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Der Internet-Aktivist John Perry Barlow, einst Songtexter der Rockband Grateful Dead, twitterte daraufhin: "Der erste ernsthafte Info-War ist jetzt im Gange. Das Schlachtfeld ist Wikileaks. Ihr seid die Truppen."

Tatsächlich nehmen die Hinweise zu, dass die Wikileaks-Gegner in den USA alle Möglichkeiten nutzen, um dem Projekt das Leben im Netz schwer zu machen. Am Mittwoch verbannte der amerikanische Internet-Konzern Amazon die Wikileaks-Daten von seinen Servern. In der Nacht zum Freitag löschte dann der Internet-Dienstleister EveryDNS.net die Adresse (Domain) wikileaks.org aus seinem Nameserver - diese Rechner sorgen dafür, dass die IP-Adresse des Rechners mit den lesbaren Internet-Adressen verbunden wird, wie sie im Browser eingetippt werden.

EveryDNS.net begründete die Entscheidung mit massiven Hacker- Angriffen auf wikileaks.org - bei solchen Attacken mit der Bezeichnung "Distributed Denial of Service" (DDOS) wird ein Web- Server mit Unmengen von Daten geflutet und lahmgelegt. "Diese Attacken haben die Stabilität der Infrastruktur von EveryDNS.net bedroht", erklärte das Unternehmen.

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