Domainnamen
Adressen-Revolution im Internet

Ab dem kommenden Jahr können Domain-Namen im Internet auch nichtlateinische Buchstaben haben und Domain-Endungen völlig frei gewählt werden. Damit sind nun auch Domain-Endungen wie ".Ebay" oder ".berlin" erlaubt.

HB PARIS. Das Internet steht vor einer Adressen-Revolution. Die Organisation zur Verwaltung der Domainnamen (ICANN) hat am Donnerstag Vorschläge zur Einführung hunderter neuer Endungen angenommen. Damit wird es neben den bislang gültigen "Top Level Domains" (TLD) wie .com, .de oder .org demnächst auch Adressen mit nichtlateinischen Buchstaben geben. Ab dem kommenden Jahr wird es möglich sein, Domainnamen mit kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen zu verwenden.

Weiterhin können neben den bisher üblichen Domain-Namen ".de" oder ".com" künftig auch Endungen wie Städte- oder Firmen-Namen geben, zum Beispiel ".berlin" oder ".ebay". Anfang kommenden Jahres sollen sollen sich Interessenten für die neuen Adressen bewerben können. Experten rechnen mit Preisen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Im Hintergrund der Freigabe steht die Sorge, das nach dem bisherigen System in den kommenden fünf Jahren die Adressnamen hätten knapp können. Im vergangenen Jahr sollen nur noch 17 Prozent der ursprünglich vorhandenen vier Milliarden Adressen verfügbar gewesen sein.

Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren hat die ICANN ihr Adressensystem nie grundlegend erweitert. "Wir haben den umfassendsten Wandel auf den Weg gebracht, der Milliarden Internet-Nutzer in den kommenden Jahrzehnten betreffen wird", sagte ICANN-Präsident Paul Twomey der Fernsehnachrichtenagentur APTN.

Die Öffnung für neue Domainnamen wurde zum Abschluss einer wochenlangen Konferenz in Paris einstimmig beschlossen. In der nächsten Etappe müssen Regeln für die Lizenzvergabe entwickelt werden. Die Nachfrage nach Adressen im chinesischen, kyrillischen oder arabischen Alphabet sind mit der Ausbreitung der Internetnutzung stark gestiegen.

Anhand der Domainnamen finden Computer Websites. Mit neuen Endungen könnten sich Unternehmen, Länder oder Organisationen eingängige Adressen zulegen, die bislang wegen der begrenzten TLD-Bereiche vergeben sind. Die neuen Adressen werden allerdings erst nach einer Erprobungsphase eingeführt. Darin kann jeder Vorbehalte etwa wegen Rassismus, Wettbewerbskonflikten oder einer zu großen Ähnlichkeit der Adressen anmelden.

Die Lockerung der Richtlinien für die Namensgebung könnte ganz neue Werte im Internet erschließen, hatte ICANN-Vorstand Paul Twomey zuvor betont. Experten rechnen damit, dass der Kampf um Internet- Adressen mit der klassischen ".com"-Endung dennoch nicht nachlässt. Zahlreiche Geschäftsleute haben mit dem Handel von Domain-Namen viel Geld gemacht, indem sie sich rechtzeitig Markennamen und eingängige Adressen sicherten.

ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kalifornien, die 1998 vom US-Handelsministerium mit der Verwaltung der Internetadressen beauftragt worden war. Die Organisation ist unter anderem für die Domain-Namen und IP-Adressen zuständig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%