Drahtlose Netze
In den Werkhallen funkt’s

Die drahtlose Ortung von Gütern und Fahrzeugen ist ein Wachstumsfeld. Europäische Unternehmen investieren wieder stärker in drahtlose Netze: 60 Prozent der Firmen wollen nach Angaben von Forrester Research in diesem Bereich ihre Investitionen erhöhen.

DÜSSELDORF. Rasche Rentabilität versprechen Lösungen, die mit speziellen Tags markierte Produkte, Maschinen und Geräte finden und verfolgen. „Bei Ortungssystemen gibt es viele Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Serviceverbesserung“, sagt Markus Birkl, Vice President Sales für drahtlose Netze bei Siemens Communications Enterprise. Viele Krankenhäuser haben das erkannt. „Einer unserer Kunden setzt das ein, um Infusionspumpen besser zu finden,“ sagt Katharina Hörnstein von Cisco. Die kleinen Geräte verschwinden leicht in irgendwelchen Schränken und werden – zum Beispiel wenn Wartungsarbeiten anstehen – mühselig zusammengesucht. Die Lösung: „Man kann ein Drahtlosnetz mit Informationen aus dem Verwaltungssystem koppeln“, sagt Hörnstein. So erhalten die Techniker Listen mit den Geräten, die überprüft werden müssen. Das geht nicht nur mit Kleinteilen. „Ein Großbäcker lokalisiert damit in Fabrikhallen auch Wagen mit Backwaren“, sagt Hörnstein. Fahrzeughersteller verwenden Tags, um auf Parkplätzen Gefährte zu finden.

Damit die Ortung bis auf einige Meter genau klappt, gibt es mehrere technische Möglichkeiten. So können auf den Gegenständen Funketiketten sein, die Informationen senden. Solche Sende-Etiketten sind teuer, sie kosten zirka 50 Euro. Außerdem brauchen sie eine eigene Energiequelle. Eine Variante ist die Ortung per Scanner – häufig eingesetzt in Lagern, um Waren zu erfassen. Andere Technologien setzen darauf, dass die Zugangspunkte zum lokalen Netz untereinander kommunizieren und dadurch erkennen, wo sich Waren befinden. Das wird zum Beispiel zur Diebstahlsicherung eingesetzt. Cisco hat vor kurzem eine Lösung mit so genannten Chokepoints vorgestellt. Das sind Sender, die billige Tags kurzfristig mit Energie versorgen und zu Sendern machen. Sie können gefunden werden, ohne vom Lesegerät gescannt zu werden.

Für Unternehmen könnte es sich auch lohnen, wenn die Übertragung von Sprache über drahtlose lokale Netze laufen könnte. Das ermöglicht Geräte, die drahtlose Firmennetze und die GSM-Welt öffentlicher Mobilnetze verbinden. „Damit können Firmen Kosten für die Nutzung von Mobilnetzen sparen, aber auch die Erreichbarkeit unter einheitlichen Rufnummern erleichtern“, sagt Birkl. Ein Handicap ist die Übertragungsgeschwindigkeit – noch. Erste schnellere Geräte sind auf dem Markt. Fehlt nur noch ein technischer Standard. Der soll bis zum Sommer folgen.

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