Drei Bundesländer wollen Internet-Verbindungsdaten speichern
Big Brother in Thüringen

Die elektonische Rasterverahndung im Internet soll die Jagd auf Sexualstraftäter erleichtern. Was passiert aber mit dem Schutz der persönlichen Daten.

hiz DÜSSELDORF. Die Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen wollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen gegen die Gefahren aus dem Internet verbessern. Als Grundlage hierfür sollen gespeicherte Daten über Internet-Verbindungen dienen. In der Begründung des Antrags, der vom Thüringer Justizministerium (www.thueringen.de/de/justiz/index.html) eingereicht wurde, heißt es, dass mittlerweile 97 % aller pädosexuellen Täter das Internet als Kontakthof missbrauchen. Aktueller Anlass für die Aktivitäten der Bundesländer ist ein kürzlich in Erfurt verhandelter Fall, in dem ein Täter über das Netz seine Opfer anlockte. Die Annäherungen über Email und Chat-Rooms sind anonym, der natürliche Schutzmechanismus „Öffentlichkeit“ fehlt ganz.

Datenschützer sehen in dem Vorstoß aber auch Gefahren. Wer stellt sicher, dass diese digitale Rasterverahndung nicht zum Missbrauch führt. Die Internetprovider sehen bei einer Umsetzung zudem gewaltige Investitionen auf sich zu kommen, denn die Hard- und Software, die den anfallende Datenwust speichern soll, muss von ihnen aufgebaut und gepflegt werden. Bei der gigantischen Zahl von Internet-Verbindungen besteht auch die Gefahr, dass die Ermittlungsbehörden in der Masse ersticken und dadurch das System schnell ad absurdum geführt wird.

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