Drei von vier Forschungs- und Entwicklungsinstituten übertragen Daten unverschlüsselt
Leichtsinnige Forscher

Die überwältigende Mahrzahl aller Forscher und Entwickler schicken ihre wichtigen Daten ohne jegliche Sicherung durch die internationalen Netze. Diese Nachlässigkeit kann schlimme Folgen haben.

hiz DÜSSELDORF. Das Bundesamt für Statistik hat bei einer Befragung deutscher Forschungs- und Entwicklungszentren festgestellt, dass nur 23 Prozent derer ihre Daten bei der elektronischen Übertragung verschlüsseln.

Im Bericht „Informationstechnologie in Unternehmen“ für das zurückliegende Jahr ist dokumentiert, dass die innovative F&E-Branche acht Prozent unter dem Gesamtdurchschnitt aller untersuchten Wirtschaftszweige liegt. Selbst grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie Virenschutz ergreifen nur 77 Prozent der befragten Forschungseinrichtungen. Der Datensicherung auf externen Laufwerken nehmen sich 63 Prozent an, womit die Forscher auch hier weit hinter dem Gesamtdurchschnitt herhinken.

Dieser laxe Umgang mit den Forschungs- und Entwicklungsergebnissen, die in Rechnern gespeichert sind, kann teure Konsequenzen haben. „Neue Technologien machen Industriespionage zu einer verhältnismäßig einfachen Übung. Hier fahrlässig mit der Sicherheit von Daten umzugehen, kann Unternehmen und Organisationen sehr viel Geld und manchmal sogar die Existenz kosten“, warnt Ansgar Heinen, IT-Sicherheitsexperte bei Utimaco.

Sicherheitsspezialisten empfehlen daher allen Unternehmen in Branchen mit höchst vertraulichen und somit existenzkritischen Daten, sorgfältig auf die Sicherheitsvorkehrungen zu achten. „Unternehmen sollten dringend auf eine ausreichende Datensicherung durch Verschlüsselung bei der Speicherung und dem Versand von Daten achten. Besonders E-Mail-Übertragung ohne Schutzmechanismen kommt dem Versand einer Postkarte gleich. Geschäftskritische oder vertrauliche Informationen dürfen nie unverschlüsselt versendet werden“, mahnt Ansgar Heinen

Werden sicherheitskritische Vorfälle in der Öffentlichkeit bekannt, drohen neben Image-Schäden vor allem finanzielle Verluste oder gar Existenz gefährdende Folgen, wie die in den vergangenen Monaten bekannt gewordenen Fälle zeigen. Der Paketdienst United Parcel Service (UPS) musste beispielsweise eingestehen, dass er auf Bändern abgelegte Daten von 3,9 Millionen Kunden der Citigroup-Bank verloren gingen. Ein externer Dienstleister für Time Warner hatte ebenfalls Daten-Bänder verloren, auf denen Informationen von 600 000 ehemaligen und bestehenden Mitarbeitern gespeichert waren. In Deutschland musste der Vorstandsvorsitzende von Porsche den Absatzrückgang des Bestsellers 911 damit begründen, dass das anstehende ‚Facelift' des Boxsters zu früh bekannt wurde.

Experten haben einige Tipps für sichere Datenhaltung im Internet bereitgestellt.

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