Druckerqualität wird zum Problem
Selbst Geldautomaten vertreiben Blüten

Mit verbesserter Computertechnik und steigender Druckqualität helfen Entwickler und Hersteller unbewusst den Geldfälschern. Die Zentralbanken sind auf den Plan gerufen, denn selbst an Geldautomaten ist man nicht mehr vor Blüten sicher.

hiz DÜSSELDORF. Die Hersteller moderner Drucker betonen immer wieder, wie originalgetreu die Ausdrucke aus ihren Maschinen sind. Eine Tatsache, die den Hütern des Geldes die Tränen in die Augen treiben. Selbst bei Banknoten aus Geldautomaten kann der unbedarfte Kunde nicht mehr sicher sein, dass er keinen „falschen Fuffziger“ erwischt hat. Auch die Fachleute fallen manchmal auf die Werke der Fälscher herein. Deshalb hat sich jetzt die Europäische Kommission für die Anwendung eines Kopierschutzes für Banknoten ausgesprochen. Dazu hat die Europäische Zentralbank eine Arbeitsgruppe für die Fälschungsbekämpfung (Central Bank Counterfeit Deterrence Group, CBCDG) ins Leben gerufen. Zusätzlich soll eine Übereinkunft mit Interpol den Datenaustausch zwischen den Ermittlungsbehörden und den Banken erleichtern.

Die CBCDG Arbeitsgruppe soll aber vor allem präventiv tätig werden und die Hersteller dazu ermuntern, Techniken zu entwickeln, welche die digitale Reproduktion von Banknoten unmöglich macht. Bekannt ist, dass solche Verfahren schon in einigen Softwareprodukten – wie Photoshop CS oder Paint Shop pro – integriert sind. Mit den Software-Paketen lassen sich Banknoten nicht mehr einlesen, bearbeiten oder ausdrucken. Auch einige digitale Farbkopierer verfügen über eine Banknotenerkennung und unterbinden so diese einfachste Form der Geldfälschung.

Da aber zu befürchten ist, dass die Mehrzahl der Anbieter die von der EZB gestartete Initiative nicht freiwillig unterstützen wird, kommt es wohl zu dirigistischen Maßnahmen, die Abschreckungsmechanismen in digitalen Bildverarbeitungssystemen verbindlich vorschreiben. Da die Kommission die Anwendung des Blockiersystems für "wichtig" erachtet und die EZB angesichts der Marktgröße den Abschluss einzelner Vereinbarungen mit allen betroffenen Unternehmen für "nicht praktikabel" hält, ist eine allgemeine Verpflichtung zur Integration des Banknotenfilters zu erwarten.

Eine solche Vorschrift würde die Hersteller zwingen, Sicherungstechniken in alle Hard- und Softwareprodukte zu integrieren, die in Europa auf den Markt kommen. Das würde zwar die Herstellung von Fälschungen erschweren, aber professionelle Kriminelle könnten immer noch in Länder ausweichen, in denen die Rechtsvorschriften das Problem nicht absichern.

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