DSL und die Musikindustrie – eine echte Hassliebe
Die Musik spielt im Internet

Musik und Telekomgesellschaften: Es ist eine Hassliebe. Zwei Suchbegriffe haben fast von Beginn an im „World Wide Web“ wie wir es kennen die Suchmaschinen bestimmt – „Sex“ und „Music“. Entsprechend waren großvolumige Datenpakete mit Bildchen, Filmen oder Musik auch unbestreitbar wichtige Treiber der privaten Internet-Aufrüstung inklusive DSL- statt ISDN-Geschwindigkeit und Pauschaltarifen ohne Mengen oder Zeitbegrenzung.

HB DÜSSELDORF. Im Februar 2001 vereinte alleine die illegale Tauschbörse Napster knapp fünf Prozent des weltweiten Internet-Volumens auf sich. Nach der juristischen Niederlage fiel der Anteil auf ein Prozent und danach auf Null.

Nachahmer wie Kazaa, Grokster oder Bittorrent nahmen zwar ihren Platz ein, aber für die Internetprovider wurde die Lage immer brenzliger. Einmal, weil die Musikfirmen immer heftiger die Telekomfirmen bedrängten, die unverholen mit hohen Downloadgeschwindigkeiten warben, und außerdem, weil so genannte „Sauger“, die Tag und Nacht den PC laufen ließen, jede Kalkulation über den Haufen warfen.

Michael Frenzel, Sprecher bei der 1&1 Internet AG, erinnert sich an 2001: „Damals mussten wir unsere Flatrate für 19,95 DM schlicht wieder einstellen.“ Das Problem, das bis heute besteht: Während der Kunde pauschal bezahlt, muss der Provider immer noch jedes Megabyte einzeln bezahlen. Eine tödliche Falle, wenn man nicht handelt.

Mittlerweile lenken legale Musikshops wie Apples iTunes oder Musicload von T-Online die Kundennachfrage in legale Bahnen, und neue Musikdienste wie Internetradio haben an Popularität gewonnen. Geräte von HiFi-Spezialisten wie Onkyo oder Philips lassen sich heute direkt an den DSL-Router oder das W-Lan anschließen. Damit hält die Musik aus dem Internet Einzug ins Wohnzimmer.

Dass Musik als Kundenbindungsmittel nichts an ihrem Sexappeal eingebüßt hat, zeigt der jüngste Schritt des Mobilfunkers Docomo in Japan. Er hat seine Finger nach dem japanischen Ableger des CD-Händler Tower Records ausgestreckt, um das Geschäft mit Mobilfunkdownloads zu beleben und sein Brieftaschen-Handy zu fördern. Damit kann man wie mit einer Geldkarte im Laden CDs kaufen, berichtet die Wirtschaftszeitung „Nihon Keisai Shinbun“.

Seite 1:

Die Musik spielt im Internet

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%