DVB-T
Private liebäugeln mit Verschlüsselung

Das "Überallfernsehen" DVB-T bot bislang eine große Sendervielfalt, die Nutzer mit einer einfachen Antenne und einem entsprechenden Receiver genießen konnten. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn Privatsender denken darüber nach, ihre Programm zu verschlüsseln. Wer das Angebot heute schon nutzt, wäre doppelt gelackmeiert.

HANNOVER. Andreas Fischer, der stellvertretende Direktor der niedersächsischen Landesmedienanstalt, sagte am Mittwoch, bei den Privatsendern gebe es "Überlegungen, ab 2009 das Programm über DVB-T nur noch verschlüsselt auszustrahlen." Noch bis Mai 2009 laufe der Vertrag mit den Sendern, danach könnte es neue Bedingungen geben.

Sollten sich die Sender für eine Verschlüsselung entscheiden, würde sich die Zahl der frei empfangbaren Programme drastisch verringern. Nur noch die öffentlich-rechtlichen Programme wären für jeden, der nicht bereit ist, zusätzliche Gebühren zu zahlen, frei zu empfangen. Neben den Gebühren für die Sender kämen zusätzliche Kosten für einen neuen DVB-T-Empfänger auf die Zuschauer zu, der das Signal entschlüsseln kann.

RTL ließ durchblicken, dass es prinzipell an einer Verschlüsselung zum Schutz des Signals vor Missbrauch interessiert ist. Eine Sprecherin sagte: „Wir verschlüsseln unsere digitalen Fernsehsignale bereits heute in den Kabelnetzen von Kabel Deutschland und Unity Media und glauben, dass es langfristig keinen Sinn macht, Verbreitungswege unterschiedlich zu behandeln.“ Gleichwohl stehe das Thema Verschlüsselung bei DVB-T aktuell nicht auf der Tagesordnung. Die ProSiebenSat.1 Media AG war am Mittwoch nicht zu einer Stellungnahme bereit, weil die Verantwortlichen unterwegs seien.

Das digitale terrestrische Antennenfernsehen war 2004 in vielen deutschen Ballungsräumen gestartet und ersetzte das analoge Fernsehen über die Haus- oder Zimmerantenne. In einigen Gebieten in den alten Ländern sowie in den neuen Bundesländern außer in der Region Berlin-Brandenburg werden über DVB-T schon heute nur die öffentlich-rechtlichen Sender ausgestrahlt. Die terrestrische Ausstrahlung von Fernsehprogrammen wird in Deutschland schrittweise auf den Standard DVB-T umgestellt. Ende 2008 sollen 90 Prozent der Bevölkerung digitales Antennenfernsehen empfangen können.

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