DVD-Formate
Kostensenkung mit dem Hütchentrick

Weil in Hollywood jeder Cent zählt, hat Panasonic ein winziges Bauteil ersonnen, das den Produktionsprozess von Kauf-DVDs im Blu-Ray-Format konkurrenzfähig machen soll. Die Wettbewerber, die den Standard HD-DVD propagieren, versprechen nämlich Kampfpreise.

LOS ANGELES. Friedlich liegt die weiß getünchte Halle in der kalifornischen Abendsonne. Nur wenige Fahrzeuge stehen noch auf dem akkurat gefegten Parkplatz hinter den schmucklosen Zweckbauten an der Madrona Avenue in Torrance. Hier produziert der japanische Panasonic Konzern DVD-Rohlinge. Massenware, Alltagsgeschäft. Doch die Ruhe trügt. Hinter einer unscheinbaren Metalltür, schwer bewacht von Security und Metalldetektoren, liegt die einzige Pilotanlage außerhalb Japans für Blu-Ray-Disk.

Hier forscht die "BDRT", die "BD-Rom Replication Task Force" an der Produktionstechnik für das Videoformat der Zukunft. Es geht speziell um so genannte Rom-Disk. Sie werden - im Gegensatz zu Recordable Disk - mit Inhalt ausgeliefert und können nicht mehr verändert werden. In Millionen hergestellt sind sie das Lebenselexier der Heimkino- und Videospiele-Industrie. Sie müssen haltbar sein, schnell und vor allem billig herzustellen sein.

Die Hoffnungen von Panasonic ruhen dabei auf einem kleinen Hütchen. Im Durchmesser kaum größer als ein Silberdollar und wenige Zentimeter hoch, soll es einen der teuersten Schritte bei der Produktion einer Rom-Disk für das Blu-Ray-Format um den Faktor zehn verbilligen. Das würde helfen, den Kampf mit dem von Toshiba und dem Softwareriesen Microsoft unterstützte Konkurrenz HD-DVD um die Nachfolge des heutigen DVD-Standards zu gewinnen.

"Wir sind vor allem hier, um Studios und DVD-Presswerke zu überzeugen", sagt Shinya Abe, Leiter der Task Force - Klinkenputzen in der Traumfabrik. Über ihm an der Wand in großen Lettern das Management-Motto, frisch aus Japan eingeflogen: "Moving faster - Getting stronger".

Ein kleiner Raum, vielleicht 20 mal 10 Meter, Neonlicht, steril weiße Wände. Knatternde Lichtblitze zucken auf und zeigen an, dass gerade wieder die Aushärtung einer Rom mittels UV-Licht stattgefunden hat. Das Problem: Bislang wurde aufwändig eine transparente Schutzschicht als Folie auf den eigentlichen Datenträger gelegt und verklebt. Alleine dieser Schritt, so Abe, kostet derzeit rund 50 Cent pro Scheibe.

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