E-Plus und O2 starten Multimedia-Ära mit Verkauf von Datenkarten
Mobilfunker versorgen zunächst Firmenkunden mit UMTS

Die neue Mobilfunktechnik UMTS wird zunächst nur für Geschäftskunden Realität: Die Mobilfunkgesellschaft O2 startet im April mit dem Verkauf von UMTS-Datenkarten für tragbare Computer, der Konkurrent E-Plus folgt im Juni.

slo HANNOVER. Das kündigten die Unternehmen gestern im Vorfeld der Technologiemesse Cebit an. Mobiltelefone für die neue Technik werden beide Anbieter erst deutlich später in ihren Läden verkaufen.

Damit gehen E-Plus und O2 den gleichen Weg, den der Konkurrent Vodafone Mitte Februar eingeschlagen hat. Dem wird sich der deutsche Mobilfunkmarktführer T-Mobile ebenfalls anschließen, der seine UMTS-Pläne heute bekannt gibt.

Der Start des neuen Mobilfunkstandards mit Datenkarten hat gleich mehrere Vorteile: Für die Unternehmen verlängert das die Testphase der Netze. "Wir können die Last auf den Netzen langsam hochfahren, denn die Verkaufszahlen bei den Karten sind ja geringer, als sie bei Handys wären", sagt Rudi Gröger, Chef von O2, dem Handelsblatt.

Hinzu kommt: Einige Probleme, mit denen UMTS kämpft, lassen sich bei Datenkarten kaschieren - etwa Gesprächsabbrüche, zu denen es kommt, wenn Mobiltelefonierer sich während ihres Gesprächs vom UMTS-Netz in eine Region bewegen, wo es nur das bewährte GSM-Netz gibt. Wer mit einem tragbaren Computer im Internet surft, bewegt sich nicht, das Risiko des Verbindungsabbruchs sinkt. "Wir können uns nicht erlauben, die Kunden zu enttäuschen und von UMTS abzuschrecken", sagt Guy Demuynck, Chef der E-Plus-Mutter KPN Mobile.

Um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, will E-Plus die Technik für einen monatlichen Pauschalpreis zur Verfügung zu stellen. "Wir überlegen, eine Flatrate anzubieten, denn die Hürden für die UMTS-Nutzung müssen so niedrig wie möglich sein", sagte E-Plus-Chef Uwe Bergheim dem Handelsblatt. Bisher richten sich die Preise nach Zeit oder heruntergeladener Datenmenge.

O2 will dagegen mit seinem UMTS-Angebot eine Alternative zum Internetanschluss im Festnetz bieten. "Die Preise werden sich auf günstigem Festnetzniveau bewegen", sagte O2-Chef Gröger.

Damit erweitert das Unternehmen ein Produkt, das knapp die Hälfte der 5,6 Millionen O2-Kunden nutzen: Genion. Nutzer können damit in einem bestimmten Bereich zu Festnetztarifen telefonieren.

Ab Herbst soll der Internetzugang via UMTS vermarktet werden. In den ersten zwölf Monaten will Gröger dafür etwa 100 000 Kunden gewinnen. UMTS-Mobiltelefone in der geforderten Qualität und Auswahl erwarten die Firmen für das Weihnachtsgeschäft. Sie rechnen mit bis zu einer Million UMTS-Handys, die dann in Deutschland in die Läden kommen werden.

Insgesamt erwarten Analysten von Forrester, dass die Zahl der UMTS-Nutzer in Europa bis Jahresende auf 2,9 Millionen steigt. Ende 2003 waren es etwa 600 000 Nutzer in den europäischen UMTS-Netzen von Hutchison Whampoa. Der Konzern ist vor einem Jahr mit der Technik in Italien und Großbritannien gestartet.

Vor vier Jahren haben die europäischen Mobilfunker mehr als 100 Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen ausgegeben. Mit nennenswerten Umsätzen rechnen sie aber erst in zwei, drei Jahren. Wichtiger noch als UMTS ist für sie daher die Änderung des Verhaltens der Kunden: Die sollen häufiger zum Handy greifen. In Deutschland werden nach Angaben der Unternehmensberatung Arthur D. Little gerade mal 20 % aller Telefonminuten über das Mobilfunknetz abgewickelt. Im Ausbau dieses Anteils sehen die Experten daher vorerst "das größte Wachstumspotenzial bei geringem Risiko".

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