„Einfacher habe ich es nicht hinbekommen“
Verschlüsselung des iPhones geknackt

Ein 17-jähriger Computerfreak aus den USA hat die Anbieterkopplung zwischen dem iPhone und dem US-Mobilfunkanbieter AT&T geknackt.

HB NEW YORK. Er führte seinen Umbau erfolgreich einem AP-Reporter vor: Er setzte die SIM-Karte von dessen Handy in sein iPhone ein, das sich problemlos mit dessen Anbieter T-Mobile verband. T-Mobile ist der einzige Anbieter in den USA neben AT&T, der ein für das iPhone benötigtes GSM-Netz betreibt. In Europa und Asien ist GSM der dominierende Standard.

Der von George Hotz aus Glen Rock in New Jersey in einem Internet-Blog dokumentierte Entriegelung des iPhones hat großes Interesse ausgelöst: Für das von dem 17-jährigen bei eBay angebotene modifizierte Handy wurden bis Samstag mehr als 12.000 Dollar (9.200 Euro) geboten. Im Laden kostet das Gerät 499 Dollar, dazu kommen die Gebühren von AT&T.

Hotz hat die Entriegelung des iPhones von der Anbieterbindung zusammen mit anderen Computer-Enthusiasten erarbeitet, von denen zwei aus Russland und zwei vermutlich aus den USA stammen. Die Prozedur ist kompliziert und erfordert auch Veränderungen an der Hardware - sprich den Griff zum Lötkolben. Illegal ist sie nicht - der US-Kongress hat bei der Neufassung des Urheberrechts bei Digitalmedien Manipulationen an Handys nicht verboten, diese sogar ausdrücklich ausgenommen. Zum Vergleich: Wer seine Spielkonsole so verändert, dass sie auch andere Formate abspielt, verstößt gegen das US-Gesetz.

Der Technik-Blog Engadget berichtete am Freitag von einer anderen Möglichkeit, das iPhone zu entriegeln, die keine Eingriffe in die Hardware erfordert.

Hotz befürchtet, dass nun etwas eintritt, was er eigentlich nicht wollte: Dass Geschäftemacher iPhones aufkaufen, modifizieren lassen und dann an Interessenten in den USA, die nicht AT&T benutzen wollen, und dem Ausland verkaufen, wo sie bislang noch nicht auf dem Markt sind. „Ich will nicht, dass Leute damit Geld machen“, erklärte der 17-Jährige.

Die Schritte zur Entschlüsselung, die Hotz bereits am Mittwoch in seinem Blog veröffentlicht hatte, sind von Laien kaum zu meistern - sie verlangen mindestens zwei Stunden aufwendiges Programmieren und eben auch Veränderungen an der Hardware. „Aber einfacher habe ich es nicht hinbekommen“, sagte Hotz.

Das iPhone verbindet das Mobiltelefon mit einem Musikplayer, einer Kamera und einem Internet-Zugang. Bedient wird es vor allem über ein berührungssensitives Breitbild-Display. Praktisch alle Funktionen des Telefons blieben nach der Entschlüsselung erhalten, erklärte Hotz. In Deutschland soll das Handy gegen Ende des Jahres verkauft werden. Dabei ist offenbar noch nicht entschieden, welcher Mobilfunkanbieter als Partner auftreten wird, zuletzt war T-Mobile im Gespräch.

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