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Electronic Arts braucht dringend neue Spiele-Konsolen

Neue Playstation von Sony lässt weiter auf sich warten – Microsoft hat kein Interesse mehr am Geschäft mit bisheriger Hardware

AXEL  | DÜSSELDORF
Der Weltmarktführer für Video- und PC-Spielesoftware Electronic Arts (EA) ist im abgelaufenen Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Der Einbruch war aber nicht so schlimm, wie Analysten befürchtet hatten. Über Erwarten gute Verkäufe des Fußballspiels "Fifa 2006" halfen EA, eine schwierige Marktsituation zu kompensieren. Besonders die anhaltende Übergangsphase von der alten zur neuen Generation von Videokonsolen belastet das Geschäft. Viele Kunden warten ab, bis Sony seine angekündigte "PS3" auf den Markt bringt.

Weltweit legte der Umsatz bei EA im 1. Quartal des Geschäftsjahres (April bis Juni 2006) gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 413 Mill. Dollar zu, gleichzeitig brach das Nettoergebnis auf minus 81 (-58) Mill. Dollar ein. Hauptgrund war die erstmalige Einbeziehung von Aktienoptionen als Aufwand. Ohne diesen Aufwand und Restrukturierungskosten hätte der Verlust bei rund 38 Mill. Dollar gelegen, teilte das Unternehmen in Kalifornien mit.

Im laufenden Quartal erwartet EA einen Umsatz von 635 Mill. bis 685 Mill. Dollar, leicht über Analystenschätzungen von 628 Mill. Dollar. Doch das hängt ebenso wie die Ergebnisse im darauf folgenden Weihnachtsquartal signifikant von der planmäßigen Einführung neuer Spielekonsolen (Sony PS3 und Nintendo Wii) und angemessener Bestückung des Handels mit verfügbarer Hardware (Xbox, Xbox360, PS2) ab, warnt das Unternehmen in seinem Quartalsbericht.

Drastisch wie selten bekommt EA dieser Tage vorgeführt, wie sehr sie von der Gunst der Hardwarehersteller abhängig ist. Microsoft etwa hat die Unterstützung für seine bisherige Xbox praktisch eingestellt, bedauert Deutschland-Geschäftsführer Thomas Zeitner von EA. Die Konsole sei aus den Regalen verschwunden. "Von den Top-Ten der Spiele für die alte Xbox verkaufen wir keine 1 500 Stück mehr pro Woche - alle zusammen", erklärt er. Investitionen der Vergangenheit in Xbox-Spiele sind damit fast wertlos geworden. Microsoft setze komplett auf die neue "Xbox360". Ein Sprecher von Microsoft bestätigte dies auf Anfrage, "In Deutschland sind alle Restbestände der ersten Xbox in den Handel reinverkauft." Neue gibt es nicht mehr.

Von Sony erhofft sich Zeitner Ende des Jahres ein anderes Vorgehen. Dann soll die neue "PS3" die heutige PS2 ablösen. Zur Vorstellung der Konsole im Mai in den USA hatte Sony offiziell erklärt, die alte Konsole weiter verkaufen zu wollen.

EA-Deutschland ist laut Zeitner "sehr zufrieden" mit dem abgelaufenen Quartal. Der Umsatz legte um 17 Prozent zu, während der Gesamtmarkt (im ersten Halbjahr) bei 361 Mill. Euro stagnierte. Alleine vom WM-Fußballspiel "Fifa" konnten in nur zwei Monaten 360 000 Stück verkauft werden.

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