Elektro
Siemens bündelt IT-Lösungen

Das monatelange Rätselraten um die Zukunft des kriselnden Siemens-Dienstleisters SBS ist beendet.

dpa MüNCHEN. Das monatelange Rätselraten um die Zukunft des kriselnden Siemens-Dienstleisters SBS ist beendet. Siemens bündelt seine weltweiten Lösungen und Services in der Informationstechnik (IT) sowie seine Softwarekompetenzen ab Januar 2007 in dem neuen Konzernbereich „Siemens IT Solutions and Services“ (SIS), wie der Konzern am Donnerstag in München berichtete.

An dem Einsparziel von 1,5 Mrd. Euro für den angeschlagenen Bereich Siemens Business Services (SBS) bis Frühjahr 2007 halten die Münchner fest. Zusätzliche Stellen sollen aber im Zuge der Neuausrichtung nicht abgebaut werden. SBS hatte angekündigt, in Deutschland 2 400 Arbeitsplätze zu streichen.

Ein Großteil dieser Stellen ist nach Siemens-Angaben schon weggefallen. „Die Personalkosten in Deutschland sollen wie bereits bekannt um 100 Mill. Euro gesenkt werden, diesbezüglich sprechen wir mit den Gewerkschaften - damit wollen wir einen weiteren Personalabbau verhindern“, sagte ein SBS-Sprecher am Donnerstag in München auf Anfrage. „Wir sprechen über Anpassungen bei Arbeitszeiten und Gehältern“, fügte er hinzu.

Der neue Bereich SIS wird etwa fünf Mrd. Euro Umsatz und rund 43 000 Mitarbeiter haben. Zu den 33 000 SBS-Mitarbeitern, von denen 12 000 in Deutschland arbeiten, kommen noch Beschäftigte vier weiterer IT- und Softwarehäuser des Konzerns hinzu.

„IT-Know-how ist einer der Schlüssel für den Erfolg des Siemens- Konzerns“, sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. „Daher bündeln wir die IT-Lösungs- und Software-Kompetenz.“ Bereits vor einiger Zeit hatte Kleinfeld angekündigt, den konzerneigenen IT-Dienstleister stärker entlang der Siemens-Geschäftsfelder auszurichten. Siemens ist ein wichtiger SBS-Kunde.

Um SBS gab es in den vergangenen Monaten viele Gerüchte. Mal hieß es, Siemens wolle den defizitären Bereich an einen Konkurrenten abstoßen. Auch wurde darüber spekuliert, dass das SBS-Geschäft auf die anderen Konzernbereiche aufgeteilt werde. Der Krisenbereich SBS gehört mit der Kommunikationssparte Com zum Geschäftsfeld „Information and Communications“. Bei der Krisensparte Com gibt Siemens große Teile in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia ab.

Der IT-Spezialist SBS häufte seit dem Geschäftsjahr 2004/05 auch wegen hoher Sanierungskosten mehr als 1,2 Mrd. Euro Verluste an. Auch für das gesamte Geschäftsjahr 2005/2 006 (30. September) wird SBS voraussichtlich rote Zahlen ausweisen. Der Plan zur Neuordnung enthält die Verschmelzung von SBS mit der Wiener Program and System Engineering (PSE), der indischen Siemens Information Systems Ltd. (Sisl), der griechischen Development Innovation and Projects (DIP) sowie des Schweizer Business Innovation Center (BIC).

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