Elektronikindustrie
Neue Formate verwirren die Verbraucher

Die Elektronikindustrie spricht sich auf der Internationalen Funkausstellung neuen Mut zu. "Die Fußball-WM hat nicht gebracht, was sich alle erwartet haben", sagt Hans Kleis, Europapräsident des LCD-Pioniers Sharp, stellvertretend für die gesamte Branche. Die Zuwächse lagen weit unter den Erwartungen. "Aber jetzt kommt ja Weihnachten", macht Kleis Hoffnung.

BERLIN. Die Käufer werden sich über gesunkene Preise freuen können, bestätigt Jörg Hartmann, zuständig für Marketing & Business Development bei Fujitsu Siemens Computers (FSC). Nach Ende der WM war ein "drastischer Preisverfall im TV-Markt" zu beobachten", sagt er. Der Preis für ein einfaches, solides Plasma-TV-Gerät mit mittlerer Bildqualität und 42-Zoll-Diagonale war da schon mal von 1999 auf 1299 Euro gerutscht. Die Händler räumten ihre Lager.

Doch das, so hofft die Branche, sind nur Randerscheinungen. Der Optimismus überwiegt. Um elf Prozent auf knapp 14 Mrd. Euro soll der Umsatz mit klassischer Konsumelektronik - ohne Neulinge wie PCs oder Handys - 2006 steigen, hofft der Branchenverband GfU.

Die Bürger greifen tiefer in die Tasche, drohenden Steuer- und Abgabenerhöhungen zum Trotz. Im Mai 2006, so die GfU, wurden für einen Fernseher im Schnitt mit 756 Euro 200 Euro mehr ausgegeben als im Mai 2005. Die Hersteller tragen dem Rechnung und konzentrieren sich auf Hochpreis-Technologie. Innovationen wie eine vierte Farbe (neben den traditionellen Rot, Grün, Blau) oder sogar fünf Farben bei Flachfernsehern ermöglichen eine höhere Bildqualität. Die Fernseher werden schneller, das lästige Verschmieren bei Kameraschwenks verschwindet. Allerdings natürlich zuerst bei teureren und größeren Geräten.

Auch High-Definition wandelt sich: "Full-HD" heißt der neue Superlativ: 1080 horizontale Linien pro Bild. Der neue Standard liefert doppelt so viele Linien wie das "alte" Flachfernseh-HD, das noch zur Fußball-WM das Maß aller Dinge war. Das wird heute nur noch geringschätzig "Standard-HD" genannt.

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