Elektronikkonzerne und Satellitenbetreiber erwarten starke Nachfrage nach hochauflösendem Fernsehen HD-TV
Anbieter forcieren neuen TV-Standard

Takashi Okuda bekommt leuchtende Augen, wenn er vom hochauflösenden Fernsehen HD-TV spricht. Für den General Manager beim Elektronikkonzern Sharp steht der Durchbruch dieser Technik vor der Tür.

DÜSSELDORF/TOKIO. Terrestrisches HD-TV (per Antenne) läuft zwar noch im Testbetrieb. Aber schon 2006, sagt Okuda im Gespräch mit dem Handelsblatt, werden 10 Mill. japanische Haushalte terrestrisches HD-TV empfangen können. 2008 sollen es sogar 24 Mill. sein.

Anfang dieses Jahres hat Sharp die weltweit ersten Settop-Boxen für HD-TV mit Festplatten- und DVD-Rekorder auf den Markt gebracht, zusammen mit einer neuen Generation hoch auflösender LCD-Flachbildschirme. Sie stammen aus dem neuen Werk in Kameyama.

Um den Absatz macht sich der Sharp-Manager keine Sorgen. „Nach dem Weihnachtsgeschäft sind unsere LCD-Verkäufe nicht wie früher üblich zurückgegangen“, berichtet er. Sharp will in diesem Jahr die Verkäufe von LCD-Geräten alleine in Japan auf drei Mill. Stück verdoppeln. Und bei einer Werbeaktion im Frühjahr wählten 40 Prozent der Käufer direkt ein Paket aus großem LCD- Schirm und HD-TV-Receiver. Der Boom der flachen Bildschirme hat die HD-TV-Euphorie erst ausgelöst, gibt sich Okuda überzeugt.

In Europa dreht die Stimmung langsamer. Immerhin: Noch vor einem Jahr, so Yves Felten vom Satellitenbetreiber SES Astra, wollte kaum ein Sender etwas von HD-TV wissen. Seit einem halben Jahr habe sich das „drastisch geändert“. SES rechnet fest mit weiteren europäischen HD-TV-Sendern über Astra in diesem Jahr, konkrete Zeitpläne gibt es aber nicht. Derzeit sendet erst der Nischenbetreiber Euro 1080. Als erster Massensender hat die britische BSkyB HD-TV angekündigt.

In Deutschland zögern die TV- Sender. Zu groß erscheinen ihnen Risiken und Investitionsvolumen in Studio- und Sendetechnik. Daher wird der Abstand immer größer: In den USA senden rund 1 000 Stationen mindestens zeitweise ein HD-Signal, rund 38 Prozent der Hollywood-Soaps wurden im vergangenen Jahr in HD-Qualität produziert.

Insgeheim wird aber vorgesorgt. ARD und ZDF haben voriges Jahr zwei Satellitentransponder „für Maßnahmen zur Verbesserung der Bildqualität“ zusätzlich eingekauft, wie es ein ARD-Sprecher vorsichtig formuliert. Ob die allerdings schon zur Fußball-WM 2006 genutzt werden können, bleibt offen.

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