Elektronisches Bezahlsystem
Das Handy als Fahrkarte

Ob als Plastikkarte im Portemonnaie oder als simulierte Karte im Mobiltelefon: Statt ein Ticket am Automaten oder beim Busfahrer zu kaufen, kann man im Großraum Tokio neuerdings den Fahrpreis mittels einer elektronischen Fahrkarte bezahlen. In einigen Jahren soll das auch in Deutschland möglich sein.

TOKIO. Elektronische Fahrscheine vereinfachen in Japan das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Tokio ging jetzt mit „Pasmo“ ein neues Bezahlsystem für den Nahverkehr in Betrieb, das erstmals alle S-Bahnen, U-Bahnen und Busse im Großraum der 20-Millionen-Metropole verbindet. Statt bisher für verschiedene Gesellschaften einzeln Tickets lösen zu müssen, halten die Kunden nur ihre elektronische Fahrkarte an ein Lesegerät, um durch die Sperre zu kommen. Nach dem Aussteigen berechnet ein Computer beim Durchschreiten der Sperre am Ausgang die gefahrene Strecke und bucht den Fahrpreis von der Karte ab.

Vor Pasmo gab es zwar auch schon elektronische Abbuchsysteme – aber jeder Anbieter hatte seine eigene Lösung. Bis 2010 wollen die angeschlossenen Verkehrsunternehmen acht Mill. Pasmo-Karten in Betrieb haben – als Plastikkarte im Portemonnaie und als simulierte Karte im Mobiltelefon, teilten die Betreiber mit.

Japaner lieben ihr Handy – da ist es kein Wunder, dass die mobile Variante zunehmend neue Kunden findet. Sowohl in der Plastikkarte als auch im Mobiltelefon stecken Chips für die so genannte Nahfeldkommunikation von Sony. Der Vorteil der Technik, die bereits seit 1996 auf dem Markt ist: Karte oder Handy müssen nur in die Nähe eines Leseautomaten gehalten werden, um die Registrierung oder den Bezahlvorgang auszulösen.

Die Handy-Variante hat den Charme, dass sie sich für verschiedene Anwendungen programmieren lässt und beispielsweise auch die Eigenschaften einer Bezahlkarte annehmen kann, mit der der Kunde in zahlreichen Geschäften bargeldlos zahlen kann. Die Bezahlkarte muss allerdings zuvor mit einem Geldbetrag aufladen werden. Im Handy kann diese, wenn sie leer ist, mobil über Kreditkarte nachgeladen werden.

Um mit dem Handy Bahn fahren zu können, muss der Benutzer nur eine kleine Software der Betreibergesellschaft auf sein Telefon laden und installieren. Das Programm verleiht dem Chip im Handy die nötigen Fähigkeiten, um mit den Lesegeräten in Bus und Bahn Daten auszutauschen. Besitzer von Wochen- oder Monatskarten können diese ebenfalls in den Handyspeicher laden.

Bislang ist die Plastikkarte allerdings verbreiteter als die Handy-Variante. Sony hat bis März 150 Mill. Chips für Plastikkarten verkauft, aber nur 47 Mill. Stück an Handyhersteller abgesetzt. Das Handy-Ticket holt jedoch Firmenangaben zufolge stark auf, denn die Handhabung der Plastikkarte ist umständlicher: Der Kunde muss seine Pasmo-Karte am Automaten mit Geld aufladen, bevor er fahren kann.

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