Emails werden oft an falsche Empfänger geschickt
Vertrauliches auf Abwegen

Wenn die Weihnachtsgrüße fehlgeleitet werden, ist das peinlich. Erreichten vertrauliche Preisauskünfte das falsche Email-Fach, kann das teuer werden. Eine Studie zeigt, dass die versehentliche Verbreitung vertraulicher Informationen per Email in vielen Unternehmen bereits zur Tagesordnung gehört.

hiz DÜSSELDOF. Eine Befragung von mehr als 400 IT-Verantwortlichen in Großbritannien zeigt, das auch Emails mit vertraulichem Inhalt schnell an die falschen Empfänger geraten. Nach Aussagen von Surf-Control zählt der Falschversand in vielen Unternehmen bereits zur Tagesordnung. Die neue Studie deckt außerdem auf, welche Risiken für Firmen durch die ungesicherte Nutzung von Instant Messaging und Peer-to-Peer-Netzwerken entstehen.

Die irrtümliche Verbreitung vertraulicher Informationen ist nach den Erkenntnissen häufiger als erwartet. 39 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal geheime, eigentlich nicht für sie bestimmte Informationen per Email erhalten zu haben. Diese Informationen kamen bei 26 Prozent aus externen Quellen. Dabei gaben 15 Prozent der Interviewten zu, bereits selbst einmal vertrauliche Informationen versehentlich an eine falsche Person oder Firma geschickt zu haben.

Bei einer vergleichbaren Untersuchung im Jahr 2002 lagen diese Werte noch bei 3 Prozent. Somit hat sich die Fehlerrate in den vergangenen beiden Jahren verfünffacht. Einen Grund dafür sehen die Spezialisten darin, dass die Email in den vergangenen Jahren ein absolut gängiges Medium zur Weiterleitung vertraulicher Informationen geworden ist. So gaben denn auch 91 Prozent der befragten Angestellten an, regelmäßig vertrauliche Informationen auf diesem Weg zu verschicken bzw. zu erhalten.

Die Studie zeigt auch klare Unterschiede zwischen den verschiedenen Abteilungen in den Unternehmen. Während 45 Prozent der IT-Fachleute bereits geheime, nicht für sie bestimmte Informationen erhielten, sind es bei den Mitarbeitern aus dem Personalwesen nur 23 Prozent.

Weitere Unsicherheitsfaktoren verbergen sich in der direkten Kommunikation via Internet. Während immerhin 70 Prozent der Befragten angaben, dass in ihrem Unternehmen Richtlinien für den Email-Versand vertraulicher Informationen existieren, haben frühere Umfragen von Surf-Control ergeben, dass nur 48 Prozent der Unternehmen ähnliche Regeln für die Nutzung von Instant Messaging (IM) vorgeben. Gerade einmal 42 Prozent der Befragten wussten zudem über entsprechende Richtlinien für Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P) in ihren Unternehmen bescheid. Die potenziellen Risiken im Zusammenhang mit IM und P2P unterscheiden sich, nach den Erkenntnissen der Experten, kaum von denjenigen, die für den Umgang mit Emails gelten.

Die effektivste Maßnahme gegen den leichtsinnigen Umgang mit Informationen sehen die Spezialisten in der Ausbildung der Anwender. Allerdings scheint sich dafür keiner verantwortlich zu fühlen. So waren 46 Prozent der interviewten Personalverantwortlichen der Ansicht, ihre Kollegen aus der IT-Abteilung seien dafür zuständig, die Belegschaft über entsprechende Gefahren zu unterrichten. Lediglich 38 Prozent der IT-Verantwortlichen sehen die Zuständigkeit dafür aber in der eigenen Abteilung. Im Gegenzug zeigte sich, dass 24 Prozent der Befragten aus dem IT-Bereich der Auffassung waren, für die Schulung des Personals im Umgang mit vertraulichen Emails sei die Personalabteilung verantwortlich. Dieser Sichtweise stimmt aber im Gegenzug nur ein Viertel der Personalverantwortlichen zu. Die derzeitige Ausbildungslage ist zudem eher rudimentär. Ganze 10 Prozent der Befragten gaben an gründlich und umfassend über die Verbreitung vertraulicher Daten informiert worden zu sein. Dagegen hatten 41 Prozent der Personalverantwortlichen und 47 Prozent der IT-Mitarbeiter nach eigenen Angaben keine ausreichende Schulung erhalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%