Emi verzichtet erstmals auf DRM
Robbie bald ohne Kopierschutz zu haben

Der führende Online-Musikhändler Apple und der britische Musik-Konzern Emi gehen neue Wege. Emi befreit die Online-Musik vom Kopierschutz und vertreibt ab sofort als erster der großen vier Marktteilnehmer seinen gesamten Musikkatalog mit Stars wie Robbie Williams ohne so genanntes DRM (Digital Rights Management) als MP3-Dateien in Apples iTunes Music Store. Ganz umsonst ist die neue Freiheit allerdings nicht zu haben.

DÜSSELDORF. Die Musikdateien, die im MP3-Format auf nahezu jedem Musikplayer abgespielt und beliebig kopiert werden können, werden eine höhere Qualität als die bisherigen digitalen Musikangebote haben. Sie werden aber auch teurer werden. Das teilte Eric Nicoli, CEO der Emi Group, am Montag in London mit. Als erster Musikshop im Internet wird Apples iTunes das Angebot führen. Ab Mai wird iTunes den Emi-Katalog weltweit anbieten, so Apple CEO Steve Jobs auf einer Pressekonferenz in London. Das System des DRM befindet sich jetzt in einer Übergangsphase, so Forrester-Analyst Paul Jackson gegenüber dem Handelsblatt: „In sechs bis neun Monaten werden die anderen Majors folgen“, so seine Erwartung. Emi ist die Nummer vier des Musikmarktes, Marktführer ist Universal Music vor Sony/BMG und Warner Music.

Die frei kopierbaren Emi-Lieder in höherer Aufnahmequalität werden mit 1,29 Dollar bei Apple um 30 Cents teurer sein als bisher, so Jobs. Das normale, kopiergeschützte Angebot für Apple iPods im Apple eigenen AAC-Format mit "Fairplay“-Kopierschutz wird allerdings parallel weitergeführt werden, so Jobs. Diese Files werden weiter für 99 Cents angeboten. "Niemand soll gezwungen werden, mehr zu bezahlen", so Jobs.

Kunden, die bereits Emi-Songs über iTunes gekauft haben, sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Musikbibliothek gegen einen Aufpreis von 30 Cents in die höhere Qualität umzuwandeln und den Kopierschutz zu entfernen. Auch die Emi-Musikvideos werden ohne Kopierschutz vertrieben werden.

„Kopierschutz verhindert Piraterie nicht“

Erst im Februar hatte Jobs die Musikindustrie aufgefordert, auf einen Kopierschutz generell zu verzichten. Die gängigen Systeme würden ohnehin nicht verhindern, dass Musik illegal kopiert werde. Jobs nannte es unverständlich, dass die Musikkonzerne ihre CDs ohne Kopierschutz verkauften, die online angebotene Musik aber mit entsprechender Software. Schließlich würden nur etwa zehn Prozent der Musik im Internet verkauft. Der Verband der amerikanischen Musikindustrie RIAA nannte Apples Vorstoß damals „scheinheilig“. Schließlich würde Apple am meisten von der Koppelung von iTunes und iPod profitieren. Auf iTunes gekaufte Lieder lassen sich im Originalformat nur auf Apple-Musikplayern abspielen.

Mit so genannten DRM-Systemen versucht die Musik-Industrie, Piraterie in großem Stil zu verhindern. Die verschiedenen DRM-Systeme sorgen allerdings auch dafür, dass die Verbraucher ihre gekauften Songs nicht einfach auf allen Playern nutzen können. Damit, so die Befürchtung der Musikindustrie, wird aber auch das Geschäft mit Online-Musik selbst ausgebremst.

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