Energie als Kostenfaktor
Computer werden sparsamer

Große Firmen entdecken kleine Kosten: Nachdem der Stromverbrauch bei IT-Geräten lange Zeit keine Rolle gespielt hat, setzt langsam ein Umdenken ein. So lassen sich durch sparsamere Computer teils bis zu 90 Prozent Energiekosten einsparen. Positiver Nebeneffekt ist dabei die ökologische Verträglichkeit.

HANNOVER. Stromverbrauch - dieses Thema spielte in der IT-Industrie jahrelang keine große Rolle. Doch das hat sich radikal geändert. "Der Energieverbrauch wird immer mehr zu einem Verkaufsargument", sagte Martin Häring, Senior Marketing Direktor des IT-Konzerns Sun Microsystems dem Handelsblatt. Dabei geht es zwar auch um die aktuelle Klimadebatte und den Schutz der Ressourcen. Es dreht sich aber auch um Geld, nämlich niedrigere Betriebskosten für die Informationstechnologie.

"Die Energiekosten stehen bei uns ganz klar auf der Agenda, sagt Frank Appel, Vorstandsmitglied der Deutschen Post und unter anderem verantwortlich für die IT des Unternehmens. Kein Wunder, ist das Sparpotenzial in der IT doch groß. Rund 20 Prozent der IT-Kosten entfallen auf Strom. Und der Stromhunger der Computer wächst. Nach Berechnungen von Sun verbrauchte die deutsche IT- und Kommunikationsbranche im Jahr 2001 gut 38 000 Gigawattstunden. 2004 lag der Wert schon bei knapp 45 000 Gigawattstunden, 2010 werden es schätzungsweise fast 54 000 Gigawattstunden sein.

Die Informationstechnologie zählt zu den größten Stromfressern rund um den Globus. Eine Firma, in der Computer mit eintausend Prozessoren arbeiten, verbraucht nahezu 6 000 Megawattstunden pro Jahr. Damit ließen sich 200 Einfamilienhäuser mit Energie versorgen. Nach Berechnungen des Chipherstellers AMD müssten vierzehn Ein-Megawatt-Kraftwerke rund um die Uhr auf Hochlast arbeiten, um alle Rechenzentren der Welt mit Strom zu versorgen.

Doch es gibt Möglichkeiten, die Energiefresser besser in den Griff zu bekommen, wie ein Gang über die Computermesse Cebit zeigt. Sun hat zum Beispiel eine altbekannte Idee wiederbelebt: den Netzwerk-Computer, mittlerweile auch als Thin-Client bezeichnet. Er besteht aus einem Flachbildschirm und einem Steuerteil. Die gesamte Intelligenz des Systems ist auf Servern gespeichert und wird von dort abgerufen. "Wir haben keine Festplatte oder andere Laufwerke, das spart Strom", sagt Häring.

Rund 40 Watt gibt der Sun-Manager für die Geräte mit dem Namen Ray an. Zum Vergleich: Ein normaler PC kommt mit halbwegs leistungsfähiger Grafikkarte auf 300 Watt plus etwa 30 Watt für den Bildschirm. Und weil eine solche Lösung nur sinnvoll ist, wenn gleichzeitig auch auf der Serverseite mit der teuren Energie geknausert wird, gibt es auch dafür eine Idee. Statt für unterschiedliche Aufgaben in den Rechenzentren stets die gleichen Geräte zu nutzen, empfiehlt der Sun-Manager abgestimmte Rechner.

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