Enthüllungsportal
Wikileaks lässt sich nicht aus dem Netz verbannen

Amazon hat das Enthüllungsportal Wikileaks aus seinen Rechenzentren ausgesperrt. Im globalen Netz aber finden die Daten leicht andere Wege - die Geheimdokumente aus den US-Botschaften sind weiter zugänglich.
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dpa BERLIN. Der US-Konzern Amazon hat das Enthüllungsportal Wikileaks abgestöpselt. Ein paar Stunden waren die seit Sonntag im Internet veröffentlichten Geheimdokumente aus US-Botschaften in aller Welt nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Auf Dauer lassen sich Informationen im weltweiten und dezentral organisierten Netz aber nicht blockieren.

"Was einmal im Netz ist, bleibt auch dort drin", heißt es bei einem deutschen Web-Hosting-Unternehmen, das ähnlich wie Amazon Server-Kapazitäten für Websites bereitstellt. "Selbst wenn weltweit alle Firmen Wikileaks die kalte Schulter zeigen, gäbe es noch genügend Sympathisanten, die die Daten auf eigenen Webseiten spiegeln würden."

Bei der Gestaltung seiner technischen Infrastruktur operiert Wikileaks offenbar ähnlich wie ein großes Unternehmen: Die Daten werden redundant gehalten, das heißt gleichzeitig auf mehreren Servern platziert. Wenn der eine ausfällt, springt der andere ein. In der Nacht zum Donnerstag sprang der schwedische Provider bahnhof.se in die von Amazon gerissene Bresche. "Die haben ein schönes Rechenzentrum, sind aber relativ klein", sagt der Insider in Deutschland.

Zudem ist die Website von Wikileaks dezentral aufgebaut. Neben der Startseite von wikileaks.org liegen die Dokumente zum Teil auf anderen Web-Servern. Wenn die Startseite blockiert ist, können die Inhalte immer noch unter anderen Adressen abgerufen werden.

"Natürlich kann Wikileaks zu jedem anderen Web-Hoster umziehen", erklärt der Netztechnik-Experte Frank Orlowski vom Internet-Knoten DE-CIX in Frankfurt am Main. "Man kann die Site letztlich beliebig hin und her schieben. Aber jede Server-Farm kann auch mit Denial-of- Service-Attacken überzogen und so lahmgelegt werden."

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  • Man braucht dazu nur eine Ethernet-Leitung, der Server auf der Einen und ein Kästchen auf der anderen Seite. Wenn der Server unter DOS Last gerät, sagt er nur dem Kästchen welche Pakete nicht mehr auf die Leitung dürfen. Die Leitung bleibt dann frei für den Realtraffic. im Zusammenspiel einer 10/100Mbit-Leitung am Server und dem Kästchen in einem 1/10Gbit-Switch versandet die DOS-Attacke einfach im Nirwana, weil man nicht den Server sondern bereits die Receive-Leitung damit schützt. ;-)

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