Entkoppelung von Festnetz und DSL gefordert
Sipgate bringt Telefonie ins Netz

Die Internet-Tochter der Deutschen Telekom hat aus Rücksicht auf die Festnetzsparte bislang halbherzig in Sachen Internet-Telefonie (VoIP) agiert.

HB DÜSSELDORF. Dass T-Online nun zu Beginn des Monats eine neue Offensive gestartet hat, ist auf die wachsende Konkurrenz durch reine VoIP-Anbieter wie Indigo Networks zurückzuführen. Indigo Networks ist das erste deutsche Unternehmen, das sich auf Internet-Telefonie für Privatkunden spezialisiert hat. Seit 2004 bietet die in Düsseldorf ansässige Firma den Dienst Sipgate an, mit dem registrierte Nutzer ohne Zusatzkosten miteinander telefonieren können. Verbindungen ins Fest- oder Mobilfunknetz sind auch möglich, müssen aber bezahlt werden.

Mit derzeit rund 100 000 Kunden ist der Kundenstamm zwar noch nicht groß. Doch das Beispiel des Vorreiters Skype zeigt, wohin die Reise geht: Knapp 30 Millionen Menschen weltweit nutzen derzeit die VoIP-Software. Zu Beginn des Jahres waren es nur halb so viele.

„Bis Ende des Jahres wollen wir unsere Kundenzahl verdreifachen“, sagt Thilo Salmon, Geschäftsführer von Indigo Networks. Langfristige Prognosen will er indes nicht abgeben. Dem deutschen Regulierer wirft Salmon vor, das Geschäft mit der Internet-Telefonie zu behindern: „Der politische Wille fehlt, eine Entkopplung von DSL-Breitband- und Festnetzanschluss vorzunehmen.“

Für die Zukunft sieht sich Indigo Networks, die ihren Dienst auch in Großbritannien und Österreich anbieten, gut aufgestellt. Eine Kooperation mit kleineren Kabelnetzbetreibern kann sich Salmon durchaus vorstellen. Indigo Networks reagiert damit offenbar auf den Umstand, dass Kabelnetzanbieter in absehbarer Zeit kostenlose Sprachtelefonie als Zugabe zu ihrem Kerngeschäft werden anbieten müssen.

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