Entwicklung von Siemens
Software als Netzturbo

hiz DÜSSELDORF. Die Forscher von Siemens haben in einem Laborversuch nachgewiesen, dass über Datennetze bis zu 30 Prozent mehr Daten übertragen werden können, ohne an der Infrastruktur Änderungen vorzunehmen. Notwendig dafür ist einen Software, die die Auslastung optimiert.

Die Daten, die über das Internet geschickt werden, werden in kleine Datenpakete zerlegt, die mittels des Internetprotokolls (IP) ihren Adressaten finden. Dazu werden die Datenpakete zusammengefasst und über Backbone-Netze mit großer Bandbreite verschickt. Diese Transportnetze, meist Glasfaserverbindungen, sind die physikalischen Verbindungen zwischen einzelnen Teilen des Web.

Bei den Transportnetzen gab es bisher zwischen den Geräten verschiedener Hersteller jedoch keine standardisierten Signalisierungsprotokolle. Deswegen sind die Übergänge zwischen den Netzen unterschiedlicher Betreiber und Hersteller fest konfiguriert. Werden sie gerade nicht gebraucht, liegen Netzressourcen ungenutzt brach. Zudem reservieren die Betreiber immer Ersatzkapazitäten als Sicherheitspuffer gegen Netzausfälle.

Die neue Software nutzt nun internationale Standards um diese Verluste an den Schnittstellen zu minimieren. Dazu haben die verantwortlichen Gremien ITU-T, IETF und OIF die so genannten GMPLS-Protokolle (Generalized Multi-Protocol Label Switching) spezifiziert. Dadurch ist die Kompatibilität im Netz gewährleistet. Die Cross-Connects, also die Geräte, die die großen Datenströme steuern, mussten bisher mittels Netzmanagementsystem von einem Mitarbeiter manuell konfiguriert werden, um eine Datenstrecke in einem Backbone-Netz bereitzustellen. Durch die GMPLS-Protokolle verständigen sich die einzelnen Netzelemente automatisch untereinander über den Datenweg. Damit kann dann auch der Datenverkehr automatisch umgeleitet werden, falls ein Netzelement ausfällt.

Mit der neuen Software werden die Verbindungen nun so geschaltet, dass die physikalisch bereitstehen Bandbreite bestmöglich ausgenutzt wird. Die Messungen haben ergeben, dass allein diese Maßnahmen die höhere Nettoauslastung bewirken. Die Entwickler erwarten, dass diese Technik besonders beim Grid-Computing Vorteile bieten wird. Bei dieser Art der Vernetzung zahlreicher Rechner über nationale und internationale Transportnetze hinweg müssen große Bandbreiten möglichst flexibel reserviert werden, um die Rechenleistung der Computer für gemeinsame Projekte gebündelt zu nutzen.

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