Epcos erwartet schwieriges Jahr

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Epcos erwartet schwieriges Jahr

Der Bauelemente-Spezialist Epcos hat seine Aktionäre nach dem Fehlstart im ersten Quartal auf ein schwieriges Geschäftsjahr eingestimmt. Die Nachfrageschwäche habe auch bishr im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) deutliche Spuren hinterlassen.

dpa MüNCHEN. Der Bauelemente-Spezialist Epcos hat seine Aktionäre nach dem Fehlstart im ersten Quartal auf ein schwieriges Geschäftsjahr eingestimmt. Die Nachfrageschwäche habe auch bishr im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) deutliche Spuren hinterlassen.

Das sagte Epcos-Chef Gerhard Pegam am Mittwoch vor rund 600 Aktionären bei der Hauptversammlung in München. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir vor diesem Hintergrund mit unserer Leistungsbilanz nicht zufrieden sein können, es gibt bei Epcos noch viel zu tun.“ Deutliche Schwächen zeige vor allem das von Preisverfall und Überkapazitäten geprägte Segment Kondensatoren. Aktionärsschützer drängten zu mehr Innovationen und zügigeren Stellenverlagerungen in Niedriglohnländer.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich das Unternehmen auf ein Umsatz- und Ergebnisminus ein. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir einen Verlust - auch bei anhaltend schwacher Nachfrage - vermeiden können“, sagte Pegam. Im Vorjahr hatte Epcos bei einem Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 1,36 Mrd. Euro einen Überschuss von 49 Mill. Euro verbucht.

Probleme sieht Pegam insbesondere bei den so genannten Tantal-Kondensatoren, die beispielsweise im Mobilfunk, in der Auto- und Konsumelektronik zum Einsatz kommen. So sei der Umsatz bei Tantal-Kondensatoren trotz 18 Prozent höherer Stückzahlen im Geschäftsjahr 2003/04 (30. September) um neun Prozent zurückgegangen. Neben Kooperationen habe man auch einen Verkauf oder, als drastischsten Schritt, eine Schließung dieses Geschäfts durchgespielt. „Die so erarbeiteten Konzepte und deren Ergebnisse waren allerdings bis heute nicht überzeugend“, sagte Pegam. Daher solle das Geschäft vorläufig im eigenen Haus fortgeführt und saniert werden.

Die Kosten will Epcos nach der weitgehenden Verlagerung von Fertigungs-Arbeitsplätzen - rund 70 Prozent der Epcos-Beschäftigten sind mittlerweile in Niedriglohnländern tätig - nun auch durch die zunehmende Verlagerung zentraler Funktionen wie Forschung und Entwicklung, Einkauf oder Logistik drücken. „Wir betreiben diese Verlagerungen so schnell, wie es unsere Organisation verdauen kann, diese Verlagerungen sind unser täglich Brot“, sagte Pegam. Auch künftig werde die Zahl deutscher Arbeitsplätze sinken.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz forderte das Unternehmen auf, flexibler und auch mit Innovationen auf Marktveränderungen zu reagieren. „Nur dann werden Sie in diesem Marktumfeld, das einem Haifischbecken gleicht, bestehen können.“ Der schwache Aktienkurs zeige, dass die Anleger derzeit kein Vertrauen in die Entwicklung von Epcos hätten. Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger erklärte, der Abbau von gut 100 deutschen Epcos-Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr erscheine angesichts des scharfen Kostenwettbewerbs zu gering.

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