EU-Kommission: Deutsche Regulierung zu restriktiv
Freiraum für Internet-Telefonie gefordert

Die EU-Kommission will die Entwicklung der Internet-Telefonie in Europa mit einem liberalen Gesetzgebungsumfeld fördern.

sce BRÜSSEL. „Wir dürfen dieses rasch wachsende Geschäftsfeld nicht mit Regulierungen überziehen“, warnt die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Nach Ansicht der Kommission geht die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation mit der Web-Telefonie zu restriktiv um.

Telefongespräche über das Internet werden weltweit immer beliebter. In Japan nutzen bereits 4,9 Mill. Menschen diese moderne Kommunikationsform. In den USA sind es eine Million Kunden, die am PC telefonieren. Die Europäische Union hinkt noch hinterher. In Deutschland haben bislang erst 110 000 Internet-Nutzer ein Web-Telefon. Reding will die Verbreitung nun fördern, indem sie die Internet-Telefonie vorerst nicht in den für die Telekommunikation geltenden umfangreichen EU-Rechtsrahmen zwängt. „Wer diesen Markt jetzt reguliert, behindert seine Entfaltung“, lautet das Credo der aus Luxemburg stammenden Kommissarin. Redings Ansatz folgt der Politik der US-Aufsichtsbehörde FCC. Der scheidende FCC-Chef Michael Powell hatte sich kürzlich ebenfalls gegen eine Regulierung der Internet-Telefonie ausgesprochen.

In Brüssel kamen gestern die Leiter der 25 europäischen Telekom-Regulierungsbehörden zusammen, um erstmals über den künftigen Umgang mit dem neuen Marktsegment zu beraten. Dabei zeichneten sich große Differenzen ab. Während Großbritannien dem Kurs von Reding folgt und den Anbietern freie Hand lässt, hat Deutschlands Chef-Regulierer Matthias Kurth diverse Zugangsbeschränkungen erlassen. Kommissionskreise fürchten, dass der ehemalige Monopolist Deutsche Telekom seine erdrückende Marktmacht bei breitbandigen DSL-Anschlüssen auf den neuen Dienst ausdehnen könnte.

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