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EU-Kommission lässt Intel-Büros in Europa durchsuchen

Die EU-Kommission hat am Dienstag Büros des weltgrößten Chip-Herstellers Intel in Europa durchsuchen lassen. „Wir haben seit heute Morgen in Zusammenarbeit mit nationalen Stellen eine gewisse Anzahl von Büros von Intel in Europa durchsuchen lassen“ sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

dpa BRüSSEL/MüNCHEN. Die EU-Kommission hat am Dienstag Büros des weltgrößten Chip-Herstellers Intel in Europa durchsuchen lassen. „Wir haben seit heute Morgen in Zusammenarbeit mit nationalen Stellen eine gewisse Anzahl von Büros von Intel in Europa durchsuchen lassen“ sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

In den Niederlassungen in München und Swindon (Großbritannien) hätten Kommissionsmitglieder Gespräche geführt und Dokumente untersucht, bestätigte Intel-Sprecher Hans-Jürgen Werner der dpa.

Aller Voraussicht nach laufen die Ermittlungen im Zusammenhang mit Vorwürfen, Intel habe mit wettbewerbswidrigem Verhalten seine beherrschende Marktposition missbraucht. Auch Büros von „mehreren Herstellern und Großhändlern von Computern“ waren dem Kommissions-Sprecher zufolge durchsucht worden. Um wie viele Firmen in welche Ländern es sich dabei handelt, wurde nicht gesagt.

Intel habe in den untersuchten Niederlassungen mit den Kommissions-Mitgliedern kooperiert, sagte Werner. Intel weist allerdings den Vorwurf zurück, sich inkorrekt verhalten zu haben. „Wir haben stets fair und im Sinne des Gesetzgebers gehandelt“, sagte Werner. Zuletzt war Intels kleinerer Konkurrent AMD gegen den Branchenprimus vor Gericht gezogen. In Japan strengte AMD zwei Klagen an. Intel soll durch wettbewerbswidrige Absprachen mit Computerherstellern einen Schaden von rund 50 Mill. Dollar verursacht zu haben.

Zuletzt hatte AMD in Kalifornien seinem Konkurrenten vorgeworfen, auf 38 Computerhersteller, kleine Systemhäuser, Groß- und Einzelhändler Zwang ausgeübt zu haben. Der Chipriese soll die Unternehmen mit illegalen Anreizen und Druck davon abgehalten haben, Geschäftsbeziehungen mit AMD einzugehen.

In ähnlicher Weise soll Intel nach den Vorwürfen von AMD auch in Japan vorgegangen sein. Zuletzt hatte sich das Unternehmen im April der Kartellrechtsbehörde in Japan gebeugt und von der Behörde beanstandete Klauseln in den Verträgen mit japanischen Computerherstellern gestrichen. Intel hatte fünf Herstellern Rabatte unter der Bedingung angeboten, dass sie ihre Geschäfte mit der Konkurrenz stark einschränken oder einstellen. Nach Angaben von AMD kooperieren EU-Kommission und die japanischen Behörden.

AMD begrüßte die Durchsuchungen bei Intel. Wie das Unternehmen am Dienstag in Brüssel mitteilte, schränkte Intels illegales Verhalten zu lange die Wahlfreiheit von Kunden und Verbrauchern ein. Intel habe die Preise künstlich hoch gehalten und die Durchsetzung technisch überlegener Lösungen verhindert. „Wir haben dazu über Jahre hinweg der EU-Kommission umfangreiches Beweismaterial geliefert“, sagte Jens Drews, Sprecher für AMD in Europa.

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