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EU-Kulturminister: Film und Rundfunk sollen Internet besser nutzen

Die Kulturminister der Europäischen Union wollen eine verstärkte Nutzung des Internets für die Medien Film und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fördern.

dpa CANNES. Die Kulturminister der Europäischen Union wollen eine verstärkte Nutzung des Internets für die Medien Film und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fördern.

Mit den neuen Online-Technologien könnten europäische Filme auf den internationalen Märkten deutlich weiter verbreitet werden, hieß es in einer Erklärung zum Abschluss des „Europatages“ beim Internationalen Filmfestival von Cannes.

Nach Ansicht der deutschen Staatsministerin für Kultur, Christina Weiss, „darf auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht vom Internet ausgeschlossen werden“. Die Digitalisierung biete den Sendern eine große Chance, beispielsweise bei der Nutzung der Archive, sagte Weiss am Dienstag nach dem Treffen von 17 der insgesamt 25 Kulturministern.

Zum Thema Film-Piraterie betonte sie, dass alle Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz in Deutschland illegal seien und blieben. „Ich bestehe darauf, dass es keine Bagatellregelung gibt“, sagte Weiss. „Da wird man nicht den einzelnen Schüler für einen Download bestrafen. Aber es muss gesetzlich klar sein, dass das verboten ist und Schaden anrichtet.“

Die EU-Minister seien sich einig darin, das Online-Angebot von Filmen als zusätzlichen Markt zu nutzen, der die klassische Filmvorführung im Kino ergänzt. „Warum soll man nicht einen tollen polnischen Film gegen Gebühr mit Untertitel aus dem Internet sehen können?“, meinte Weiss. Da ließen sich viele kulturelle Chancen nutzen.

Das in Cannes von der Branche viel diskutierte Verbot der deutschen Medien- und Filmfonds als Steuersparmodelle bekräftigte Weiss mit Nachdruck. Da sei unter der steuerlichen Vergünstigung für Filminvestitionen viel deutsches Geld in Produktionen geflossen, die mit deutscher Kultur nichts zu tun hätten, meinte die Ministerin. Der Bund stelle als Ausgleich nun 90 Mill. Euro in drei Jahren zur Verfügung, die gezielt als Restfinanzierung für deutsche Produktionen verwendet werden sollten.

Zurzeit laufen Gespräche mit Produzenten und Gremien, um ein Konzept für diesen neuen Fonds zu entwickeln. „Wenn wir klug sind“, sagte Weiss, „dann sorgen wir dafür, dass das Geld in drei Jahren nicht futsch ist“, sondern von den Produzenten bei Erfolg in den Fonds zurückgezahlt wird.

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