EU verabschiedet Gesetz
Roaming-Gebühren sinken im Sommer

Gespräche mit dem Handy im europäischen Ausland werden noch in diesem Sommer billiger: Nach monatelangem Streit ist das EU-Gesetz für niedrigere Auslandsgebühren bei Mobiltelefonaten unter Dach und Fach.

HB LUXEMBURG. Zwei Wochen nach dem Europaparlament haben am Donnerstag auch die 27 Telekomminister der Verordnung grünes Licht gegeben. Damit werden die so genannten Roaming-Gebühren auf eine Obergrenze von zunächst 49 Cent je Minute für abgehende und 24 Cent für angenommene Gespräche sinken. „Heute ist ein sehr guter Tag“, sagte Bundeswirtschaftsminister und EU-Ratspräsident Michael Glos (CSU) in Luxemburg. „Ich freue mich für alle europäischen Verbraucher.“

EU-Medienkommissarin Viviane Reding hatte seit Jahren gegen überteuerte Roaming-Gebühren gekämpft, die nach ihren Angaben bis zu drei Euro pro Minute kosten. „Das war ein langer Kampf der europäischen Institutionen gegen hohe Handy-Gebühren“, sagte sie. „Der Markt hat das Problem nicht gelöst, darum musste die Kommission einschreiten.“

Der neue Euro-Tarif für Mobilfunkgespräche im EU-Ausland wird voraussichtlich ab August verfügbar sein. Für Anrufe von einem EU-Staat aus ist ein einheitlicher Höchstpreis von 49 Cent pro Gesprächsminute vorgesehen, hinzu kommt die Mehrwertsteuer – in Deutschland liegt die Preisgrenze damit praktisch bei 58,31 Cent. Diese Grenze soll im kommenden Jahr auf 46 Cent netto (54,74 Cent brutto) und 2009 auf 43 Cent netto (51,17 Cent brutto) pro Gesprächsminute gesenkt werden.

Für die Annahme eines Handy-Gesprächs im EU-Ausland werden die Preise noch deutlicher sinken: Zunächst auf 24 Cent netto pro Gesprächsminute, 2008 dann auf 22 Cent und 2009 auf 19 Cent. Die deutschen Brutto-Höchstgrenzen sind entsprechend 28,56 Cent, 26,18 Cent und 22,61 Cent.

Ab wann diese Preisgrenzen genau gelten hängt davon ab, wann die Richtlinie im EU-Amtsblatt erscheint. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft plant die Veröffentlichung für den 29. Juni, am 30. tritt die Richtlinie dann formal in Kraft. Einen Monat später müssen die Mobilfunkbetreiber ihre Kunden anschreiben und ihnen den Euro-Tarif anbieten.

Wer ihn dann sofort anfordert, muss binnen zwei Wochen auf den neuen Tarif umgestellt werden. Verbraucher, die nicht auf das Schreiben reagieren, werden zwei Monate nach dessen Eingang - also Ende September - in den Euro-Tarif übernommen. Nur wer ausdrücklich widerspricht oder etwa auf Grund einer Flatrate oder anderer Paketlösungen schon von günstigeren Roaming-Gebühren profitiert, bleibt bei seinem bisherigen Vertrag.

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