Europäisches Satellitennetz
Wettlauf um lukrative Galileo-Dienste beginnt

Mit dem Aufbau der europäischen Satellitennetze testen jetzt auch die ersten Unternehmen ihre innovativen Anwendungen.

DÜSSELDORF. Am 13. Januar vernahm Europa ein wichtiges Signal: Giove-A hatte aus 23 600 Metern Höhe die ersten Navigationssignale zur Erde geschickt. Zwei Wochen zuvor war der erste Satellit des europäischen Weltraum-Navigationssystems Galileo von einer russischen Trägerrakete ins All geschossen worden. Jetzt meldeten Bodenstationen im britischen Cilbolton und dem belgischen Redu den erfolgreichen Kontakt.

Die ersten Rückmeldungen von Giove-A haben Symbolcharakter, findet Ralf Willenbrock, Project Manager des IT-Dienstleisters Gedas. "Galileo ist jetzt endgültig mehr als nur eine Idee", so Willenbrock, der sich seit vier Jahren mit der Technologie beschäftigt. Zumal: Im Januar bekam das europäische Konsortium Galileo Industries von der europäischen Weltraumagentur Esa nun endgültig grünes Licht für die Finanzierung der ersten Projektphase in Höhe von 1, 5 Milliarden Euro.

Nun soll emsig an Galileo-Anwendungen gearbeitet werden. In diesem Jahr allerdings findet das Thema noch in relativ bescheidenen Ausmaßen auf der Cebit statt. Auf einem 60 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand präsentieren sich sieben Firmen und Institutionen, um auf ihre Galileo-Kompetenzen aufmerksam zu machen - darunter Gedas. Das IT-Unternehmen, bis vor kurzem Tochtergesellschaft von Volkswagen, ist Bestandteil eines niedersächsischen Netzwerkes, das im Dreieck zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg die Kompetenz in Sachen Galileo-Anwendungen bündeln will. So sollen nahe des Forschungsflughafens Braunschweig sicherheitskritische Anwendungen zertifiziert werden.

Harry Evers, Geschäftsführer der Braunschweiger Galileo-Projektagentur Gapa, glaubt, dass bald zahlreiche, sicherheitskritische Galileo-Anwendungen das Zertifikat einer autorisierten Prüforganisation benötigen. "Unternehmen, die in fünf Jahren - wenn voraussichtlich alle 30 Satelliten ihre Signale senden - marktreife Anwendungen haben wollen, müssen jetzt schnell mit den Entwicklungen anfangen", sagt Evers.

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