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Ex-SAP-Chef Dietmar Hopp wird 65

Dietmar Hopp bezeichnet sich als Integrationsfigur. Bei der SAP war der langjährige Vorstandschef nur „Vater Hopp“. Das Walldorfer Softwarehause hat er zum Weltmarktführer für Unternehmenssoftware gemacht und sich dabei einen großen Wunsch erfüllt.

dpa WALLDORF. Dietmar Hopp bezeichnet sich als Integrationsfigur. Bei der SAP war der langjährige Vorstandschef nur „Vater Hopp“. Das Walldorfer Softwarehause hat er zum Weltmarktführer für Unternehmenssoftware gemacht und sich dabei einen großen Wunsch erfüllt.

„Schon als Kind habe ich meiner Mutter gesagt, ich will Millionär werden“, erinnert sich Hopp, der am 26. April seinen 65. Geburtstag feiert. Rund zwei Wochen später legt der SAP-Mitgründer sein letztes offizielles Amt bei dem Dax-Unternehmen nieder und scheidet aus dem Aufsichtsrat aus.

Arbeitslos wird der Fußball-Narr und exzellente Hobby-Golfer auch nach seinem Schritt in den Ruhestand nicht. Insgesamt 15 Firmenbeteiligungen mit fast 1 800 Mitarbeitern sind in Hopps Besitz. Nicht minder arbeits- und finanzintensiv ist sein Engagement im Sport. Der Eishockey-Bundesligaclub Adler Mannheim wird von ihm genauso unterstützt wie Fußball-Regionalligist TSG Hoffenheim und die Zweitliga-Handballer von der SG Kronau-Östringen. In Mannheim hat Hopp mit Millioneninvestitionen eine hochmoderne Mehrzweckhalle für rund 15 000 Plätze bauen lassen. Eröffnung ist im Herbst 2005.

Hopp rangiert auf der Rangliste der Milliardäre nach Angaben des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ unter den Top 20. Angefangen hat sein Aufstieg im Jahr 1972, als der Softwareentwickler mit vier IBM-Kollegen die Firma „Systemanalyse und Programmentwicklung“ gründete. Diese wurde fünf Jahre später in „Systeme, Anwendungen, Produkte in der Datenverarbeitung“ umbenannt - kurz SAP. Nach dem Teilbörsengang im Jahr 1988 wurde Hopp der erste Vorstandsvorsitzende. In seine Amtszeit fiel auch das Programmpaket R/3, mit dem SAP zum Weltmarktführer bei betriebswirtschaftlicher Standardsoftware wurde.

Nach zehn Jahren wechselte Hopp erst an die Spitze des Aufsichtsrates, später war er noch einfaches Mitglied. Ende März erklärte er seinen Rückzug aus dem Kontrollgremium, „um sich lieber zu früh als zu spät aus verantwortungsvollen Positionen zurückziehen“. Abgeschlossen hat er mit der Softwareschmiede aber keineswegs: „Das Unternehmen ist in guten Händen. Das Kapitel SAP wird mich aber bis an mein Lebensende verfolgen.“

War früher der Fußball Hopps große Leidenschaft, so ist es jetzt das Golfspielen. In St. Leon-Rot bei Heidelberg hat er ein riesiges Areal angelegt, wo sich Tiger Woods und Hopp-Freund Franz Beckenbauer die Klinke in die Hand geben. In Südfrankreich besitzt er ein weiteres Golf-Resort. Zwei Mal in der Woche greift Hopp selber zum Schläger. Viel Zeit verwendet er auch für seine gemeinnützige Stiftung, mit der der zweifache Familienvater den Jugendsport, die Ausbildung an Universitäten und Schulen sowie medizinische und soziale Einrichtungen fördert.

Eine große Sause will der gebürtige Heidelberger - ganz seinem Naturell entsprechend - an seinem Ehrentag nicht veranstalten. „Gefeiert wird wie in den vergangenen Jahren auch mit einem Golfturnier.“ Einen großen Bahnhof wie beim Geburtstag seines langjährigen SAP-Mitstreiters Hasso Plattner, mit dem er 1997 und 1998 gleichberechtigter Vorstandschef war, wird es nicht geben. Zu dessen 60. Geburtstag hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im vergangenen Jahr die Festansprache gehalten. „Meine einzige Rede wird das Verlesen der Sieger des Golfturniers sein“, versichert Hopp.

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