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Experte: Deutschland schwach beim E-Learning

Deutsche Hochschulen könnten nach Expertenansicht stärker vom Einsatz digitaler Lernangebote profitieren. Sie müssten aber ihre E-Learning-Plattformen einheitlicher gestalten, sagte Allan J. Christensen von der dänischen Unternehmensberatung Rambøll Management.

dpa HAMBURG. Deutsche Hochschulen könnten nach Expertenansicht stärker vom Einsatz digitaler Lernangebote profitieren. Sie müssten aber ihre E-Learning-Plattformen einheitlicher gestalten, sagte Allan J. Christensen von der dänischen Unternehmensberatung Rambøll Management.

„Dem steht entgegen, dass jede vierte deutsche Hochschule den Einsatz digitaler Technologie im Lernbetrieb eher skeptisch sieht“, sagte Christensen in einem dpa-Gespräch in Hamburg. Sein Unternehmen hatte im Frühling dieses Jahres in einer Studie europaweit E-Learning-Ansätze an Hochschulen verglichen. „In Deutschland fehlt es nicht an guten Ideen, und über zwei Drittel der deutschen Hochschulen möchten in diesem Bereich auch aktiv sein. Aber meistens haben sie keine einheitliche Strategie für die gesamte Hochschule. Was bisher existiert, ist oft die Arbeit von Enthusiasten in einzelnen Fachbereichen.“

Eine einheitliche Strategie ist nach Angaben des Unternehmensberaters unbedingt notwendig, wenn die Arbeitsfelder E- Learning und E-Administration je aus ihrer Pionier-Nische herauskommen sollen. Für Christensen liegt die Zukunft des E-Learning in einem System, das elektronische Lehrangebote und Studierendenverwaltung für die gesamte Hochschule zusammenfasst: „Das Leben für Studenten könnte sehr viel einfacher sein, wenn sie alle Verwaltungsvorgänge auf einer Internetseite erledigen könnten. Wenn dort auch noch die Prüfungsanmeldung und die Bekanntgabe der Noten erfolgt, gehörten lange Schlangen vor den Verwaltungsgebäuden der Vergangenheit an.“

Auch die Hochschulverwaltung könne viel Geld sparen und, entlastet von alltäglichen Verwaltungsarbeiten, sich stärker um Probleme einzelner Studenten kümmern. „Studenten erwarten einen solchen Service inzwischen von ihren Universitäten - im Wettbewerb der Hochschulen kann das zum entscheidenden Faktor werden.“ Rein virtuelle Lehrangebote werden laut Christensen auch in Zukunft selten bleiben: „Den größten Erfolg haben bisher Vorlesungen, die durch Angebote im Internet - etwa ein Frageforum oder zusätzliche Informationen und Aufgaben - ergänzt werden.“

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