Experten geben noch keine Entwarnung
Neuer Computerwurm bricht alle Rekorde

Innerhalb weniger Stunden infizierte der Computerwurm „Mydoom“ Millionen E-Mails in aller Welt und Fachleute geben noch keine Entwarnung. Unterdessen hat die Softwarefirma SCO, deren Server der Schädling im Visier hat, ein hohes Kopfgeld ausgesetzt.

HB HAMBURG. „Mydoom“ sei der „sich am schnellsten verbreitende Computervirus aller Zeiten“, sagte Sicherheitsexperte Jeff Nichols der „Daily Herald“ aus Utah. Bereits 16 % aller E-Mails seien weltweit infiziert, teilte der finnische Antiviren-Spezialist F-Secure mit. Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens MessageLabs stammt inzwischen eine von weltweit zwölf E-Mails von dem Schädling. Der bisher schlimmste Wurm dieser Art, Sobig.F, habe auf dem Höhepunkt seiner Verbreitung eine von weltweit 17 E-Mails abgesendet, hieß es. Bei „Mydoom“ könne man allerdings beobachten, dass die Rate der Attacken wieder rückläufig ist, sagte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer. „Die meisten Unternehmen sind jetzt ausreichend geschützt.“ Ein „Grundpotenzial“ des Schädlings bleibe aber bestehen.

„Mydoom“, zu deutsch etwa „mein Untergang“, „mein Verhängnis“, hatte sich seit Montag zunächst in den USA verbreitet und seinen Feldzug dann mit großer Geschwindigkeit weltweit ausgedehnt. Der E-Mail-Wurm ist mit variierenden Betreffzeilen wie „Test“, „Hi“ oder „Hallo“ unterwegs, gibt sich aber auch ganz offiziell mit „Server Report“, „Status“ oder „Error“ als Systemmeldung aus. Nach dem Öffnen des Dateianhangs versendet er sich unter falschem Absender an die Adressen, die er im „Outlook“-Verzeichnis findet. Nach Angaben von Network Associates verbreitet sich der Wurm auch über das Netzwerk der umstrittenen Musiktauschbörse Kazaa, indem er sich getarnt in das Verzeichnis der zum Tausch angebotenen Dateien schreibt.

Seine massenhafte Verbreitung erzielt der Schädling auch durch die Fälschung der Absender, mit der er sogar aktivierte Antivirensoftware für seine Zwecke „einspannt“. Erkenne die Antivirensoftware eine infizierte Mail, werde diese zwar abgeblockt, erläuterte Fischer. Die dann versendeten Fehler- und Hinweismeldungen gingen jedoch an die gefälschten Absender. „Der Benutzer bekommt also nicht nur die verseuchten Virus-Mails, sondern auch die unverschuldeten Warnmeldungen in sein Postfach.“ Zudem öffne der Wurm auf dem befallenen Rechner eine „Hintertür“, über die Daten wie persönliche Korrespondenz, Kreditkartennummern oder PIN-Codes ausspioniert werden können, sagte Michael Dickopf vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI).

Seite 1:

Neuer Computerwurm bricht alle Rekorde

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%