Facebook Erste Abmahnung für fremdes Foto an der eigenen Pinnwand

Wer Fremde Fotos auf der eigenen Facebook-Pinnwand veröffentlichen lässt, muss mit Abmahnungen rechnen. Ein Nutzer hat ein eigenes Foto auf einer fremden Pinnwand veröffentlicht - und dann den Pinnwandbesitzer abgemahnt.
  • Christian Klaß
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Facebook kann zur Falle werden: Ein Nutzer wurde abgemahnt, weil er ein fremdes Foto wie aus dem sozialen Netzwerk weiterverbreitet hat - wie bei Facebook üblich. Quelle: dpa

Facebook kann zur Falle werden: Ein Nutzer wurde abgemahnt, weil er ein fremdes Foto wie aus dem sozialen Netzwerk weiterverbreitet hat - wie bei Facebook üblich.

(Foto: dpa)

Berlin"Wir trauten unseren Augen kaum, als wir am Wochenende ein Schreiben auf den Tisch bekamen, in dem die öffentliche Zugänglichmachung (§ 19 UrhG) eines Lichtbilds auf Facebook abgemahnt wird", schreibt Rechtsanwalt Arno Lampmann im Blog der Kanzlei Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum.

Das Besondere an der Abmahnung sei, dass es sich nicht um ein von dem Abgemahnten selbst veröffentlichtes Foto gehandelt habe. Stattdessen habe ein Dritter das Foto auf die Pinnwand hochgeladen. Sein Mandant könne in dem Fall aber "[...] naturgemäß gar nicht überprüfen, ob derjenige auch Rechteinhaber ist, der es auf der Pinnwand postet", so Lampmann.

Schadensersatzforderung

Der Abmahner habe die umgehende Entfernung des Fotos, eine mit einer Vertragsstrafe bewehrte Unterlassungserklärung, Auskunft über die Dauer der Nutzung des Lichtbilds sowie die Zahlung von Schadensersatz gefordert. Die Höhe des Schadensersatzes solle nach Erhalt der Auskunft beziffert werden.

Lampmanns Kollege Haberkamm und ein weiterer Rechtsanwalt hatten in einer ARD-Sendung vom 31. März 2012 (Videostream) bereits darauf hingewiesen, "dass Facebook-Nutzer nicht nur für eigene Beiträge haften, sondern unter Umständen auch für von Dritten auf der Pinnwand veröffentlichte Inhalte geradestehen müssen."

Der Fernsehbeitrag von Ratgeber Internet hatte laut Lampmann viel Wirbel ausgelöst: "Viele Zuschauer waren regelrecht empört. Die Reaktionen reichten von bloßer Ungläubigkeit bis hin zu dem offenen Vorwurf der Panikmache."

Die Abmahnung bestätige nun, dass man beim Betrieb einer Facebook-Seite auch und gerade als Privatperson nicht vorsichtig genug sein könne. Es werde sicherlich nicht die letzte Abmahnung dieser Art sein, so Lampmann. "Die Gefahr, wegen Rechtsverletzungen in Anspruch genommen zu werden, ist offensichtlich größer, als viele denken", warnt der Rechtsanwalt.

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17 Kommentare zu "Facebook: Erste Abmahnung für fremdes Foto an der eigenen Pinnwand"

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  • Man muss es einmal so klar sagen, diese Anwälte, die nichst anderes machen als zweifelhafte Abmahnungen zu versenden sind Schmarotzer, die unser Rechtssystem ausnutzen !

    Der Gesetzgeber ist aber auch nicht unschuldig.
    Solange diese Anwälte ihre gebühren für so etwas nach einem angenommenen Streitwert festlegen können lohnt sich das natürlich.
    Wenn sie nur ihre tatsächlichen kosten in Rechnung stellen dürften dann sähe das schon ganz anders aus !

  • Zip-Files mit Passwort sind verboten. Das verwenden von Briefcouverts (PGP) oder das versenden von Passwortgeschützten (http://www.handelsblatt.com/archiv/so-geht-es-leichter-passwort-schuetzt-office-dokumente/2230788.html) Dateien ebenfalls.

    WIRKLICH VERBOTEN: OFFLINE MANIPULATION VON STROM- UND STANDLEITNGEN UND BEDROHUNG DES/DER SYSOPS.

  • WOHER HABEN DIE ES GEWUSST?

    Genau das ist es weshalb es sich lohnt in jedes Fettnäpfchen so reinzstampfen da es nach allen Seiten spritzt.

  • Es handelt sich offensichtlich um eine missbräuchliche Rechtsanwendung. Falls der Untertitel zur Überschrift gilt, das nämlich der Abmahner selbst das Bild eingestellt hat, erfüllt das das einige Straftatbestände u.a. vorsätzliches betrügerisches Handeln.
    Ich würdem mit einer Gegenklage reagieren, die vermutlich weit mehr Chancen auf Erfolg hätte als die Abmahnung.

    In Deutschland gilt anders als in den USA das Rechtsprinzip des Faktischen, also eben den Auschluss der Verurteilung allein aus obeflächlich formalen Gründen.
    Das ist bewusst so in der deutschen Rechtsordnung verankert worden, um solche Missbräuche zu verhindern.
    Allerdings entscheiden zunehmend deutsche Gerichte nach amerikanischer Manier, was kein gutes Licht auf die deutsche Juristenausbildung wirft.

    H.

  • Wie wäre es, wenn wir die Anzahl der Gesetze insgesamt begrenzen?

    Den Text (Anzahl der Buchstaben) pro Gesetz begrenzen und die Anzahl der Worte und Satzzeichen in einem Satz (für Juristen eine besonders schwere Bedingung). Außerdem sollten alle Gesetze von einem wechselden Gremium aus 11 bis 15 Jährigen abgesegnet werden, was die Verständlichkeit angeht, bevor sie in Kraft treten dürfen.

    Kern meine Forderung: mehr Ergonomie in die Gesetzbücher!
    Gesetze an die man sich halten soll, müssen auch verstanden werden (können) und für allgemeine Lebensbereiche auch allgemein bekannt sein.

  • Wie wäre es, wenn wir die Anzahl der Gesetze insgesamt begrenzen?

    Den Text (Anzahl der Buchstaben) pro Gesetz begrenzen und die Anzahl der Worte und Satzzeichen in einem Satz (für Juristen eine besonders schwere Bedingung). Außerdem sollten alle Gesetze von einem wechselden Gremium aus 11 bis 15 Jährigen abgesegnet werden, was die Verständlichkeit angeht, bevor sie in Kraft treten dürfen.

    Kern meine Forderung: mehr Ergonomie in die Gesetzbücher!
    Gesetze an die man sich halten soll, müssen auch verstanden werden (können) und für allgemeine Lebensbereiche auch allgemein bekannt sein.

  • Banken betreiben Automatensystem und sind nicht für deren Fehlfunktion verantwortlich; anders als der Hausbesitzer, der ein Treppengeländer 'betreibt'.

    Facebook-Nutzer sollen jetzt dafür verantwortlich sein, wenn andere Benutzer etwas auf die Seite 'kleben'. Sind denn Litfaßsäule-Betreiber verantwortlich für das, was jemand draufklebt? Oder auf mein Auto?

    Verirren sich Juristen in Gestzen oder sind Politiker zu blöd welche zu machen? Sachlogisch nachvollziehbar - meine ich.

    Verursacher-Verantwortung und Betreiber-Verantwortung müssen klar vom Gesetzgeber zugewiesen werden und priorisiert sein; und zwar für alle Lebens und Geschäftsbereiche gleich. Hauptsächlich beim letzten Punkt scheint es zu hapern.

  • Banken betreiben Automatensystem und sind nicht für deren Fehlfunktion verantwortlich; anders als der Hausbesitzer, der ein Treppengeländer 'betreibt'.

    Facebook-Nutzer sollen jetzt dafür verantwortlich sein, wenn andere Benutzer etwas auf die Seite 'kleben'. Sind denn Litfaßsäule-Betreiber verantwortlich für das, was jemand draufklebt? Oder auf mein Auto?

    Verirren sich Juristen in Gestzen oder sind Politiker zu blöd welche zu machen? Sachlogisch nachvollziehbar - meine ich.

    Verursacher-Verantwortung und Betreiber-Verantwortung müssen klar vom Gesetzgeber zugewiesen werden und priorisiert sein; und zwar für alle Lebens und Geschäftsbereiche gleich. Hauptsächlich beim letzten Punkt scheint es zu hapern.

  • Wurde nicht der von dem korpulenten Deutschen geschaffene Filehoster genau deswegen unfreiwillig geschlossen? Weil dort Mitglieder unerlaubt urheberechtlich geschütztes Material für andere zum herunterladen bereitgestellt haben.
    Also Facebook schließen, Hardware beschlagnahmen und alle verhaften.

  • Die Inquisition kehrt zurück ?

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