Facebook, Google und Co.: Die lukrativen Schätze der Datenkraken

Facebook, Google und Co.
Die lukrativen Schätze der Datenkraken

Daten sammeln als Geschäftsmodell: Nicht nur der Börsenkandidat Facebook macht gute Geschäfte mit dem Wissen über seine Nutzer. Werber und Händler wollen alles über die Kunden erfahren - und daraus Kapital schlagen.
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DüsseldorfIm Internet bin ich ein Mann, zwischen 35 und 44 Jahren. Weil ich häufig Wirtschaftsnachrichtenseiten besuche und dort Artikel über IT und neue Medien lese. Ich bin jedoch weder zwischen 35 und 44, noch ein Mann. Aber Google glaubt das, zumindest laut ihrer einsehbaren Werbevorgaben. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit derartigen Interessen männlich ist, vergleichsweise hoch ist. Doch diese Form des digitalen Schubladendenkens ist nur der erste Schritt.

Denn die Datensammelwut der Internetunternehmen kennt keine Grenzen. Von Google über Facebook, Yahoo, Ebay bis Amazon sammeln die Diensteanbieter alles, was sie über ihre Kunden in Erfahrung bringen können - und machen daraus ein Geschäft. Wie alt ich bin, welche Musik ich höre, welchen Browser ich benutze, ob ich gerne online einkaufe, wo ich wohne - Millionen Daten werden täglich gespeichert und gewinnbringend verwertet.

Nirgendwo ist es leichter, an Kundendaten zu gelangen, als im Internet. Dort erreiche Werbung „eine völlig neue Dimension“, so die  Studie „Zukunft der Werbung 2015“ der Unternehmensberatung Arthur D.Little, denkwerk und MedienNRW. Die Experten wissen auch genau, warum: „Fein segmentierte Zielgruppen oder sogar ausgewählte Einzelpersonen können individuell und dennoch rentabel adressiert werden.“ Heißt: Streuverluste werden auf ein Minimum reduziert.

Wie begehrt solche „fein segmentierten“ Daten sind lässt sich sogar in Euro beziffern. Über den größten deutschen Adresshändler, die Schober Group aus Ditzingen, beispielsweise kann man Adressen ganz bestimmter Zielgruppen kaufen. 10.000 Adressen etwa von Personen im Alter zwischen 45 und 60 Jahren, die in einem 1-2-Familienhaus wohnen und sich für Oberklasse-Autos und Mode interessieren, kosten dort 2400 Euro.

Die Möglichkeit zielgenau spezielle Personengruppen oder Einzelpersonen bewerben zu können, freut nicht nur die Unternehmer, sondern auch die gesamte Internetbranche, die davon lebt. Ganz vorne ist dabei das Soziale Netzwerk Facebook. Nach seinem jetzt beantragten Börsengang soll das einst kleine Start-Up bis zu 100 Milliarden Dollar wert sein. Die Geschäftsbasis: 845 Millionen aktive Nutzer im Monat. Das Geschäftsmodell: Personen geben freiwillig möglichst viele persönliche Informationen preis, können dafür mit ihren Freunden einfacher in Kontakt bleiben und nehmen dafür in Kauf, dass andere Unternehmen ihre Daten ganz gezielt für die passende Werbung nutzen können.

Doch auch kleinere Internetseiten-Betreiber leben von der Möglichkeit zielgerichtet Werbung zu verkaufen. Ihre Leser sind ihr Kapital. Denn: Je mehr Personen eine Seite besuchen, desto teurer verkaufen sie ihre Anzeigenplätze. Besonders dann, wenn unterschiedliche Besucher verschiedene, ausgewählte Anzeigen bekommen – sogenanntes Targeting.  Die werbenden Unternehmen versprechen sich viel von dieser Form, da nehmen sie auch höhere Preise in Kauf. Geringere Streuverluste von Online-Werbung mit Targeting überkompensiere ihren höheren Preis, wirbt der führende Anbieter Nugg.add  für sein Produkt.

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  • Habe lange Zeit auf den Fiji Inseln gelebt. Ohne Werbung, und die Welt war kalt und grau. Nur Idioten glauben, dass materieller Wohlstand Glueck erzeugt. Ein Surfboard und eine Badehose genuegt zum Glueck.

  • Stimmt, eine Welt ohne Werbung ist kalt, grau und schrecklich. Eben die Welt der senilen Materialisten, zuletzt erlebt in der grauen DDR.

    SChön wäre es, wenn durch Pioniere, wie Facebook und Google die Werbung noch gezielter eingesetzt würde. Eine Werbung die voll gezielt eingesetzt wird, betrachten konstruktive Menschen als Information.

  • Nur Menschen, die innerlich kaputt sind, sehen in jeder Neuerung ein Problem.
    Andere erkennen ihre Chance.

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