Facebook
Timeline-Zwang für alle

Facebook-Nutzer, die nur selten ihren Auftritt in dem Netzwerk besuchen, könnten in der kommenden Woche eine böse Überraschung erleben. Dann wird umstrittene Profilfunktion Timeline weltweit scharf geschaltet.
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San FranciscoIn den kommenden Wochen wird die umstrittene Profilfunktion Timeline weltweit für alle Facebook-Nutzer bereitgestellt. Darauf weist Facebook nun in einem unauffälligen Update im Firmen-Blog hin. Danach bleiben den Betroffenen sieben Tage um zu verhindern, dass ungewollt alte Inhalte wieder ans Tageslicht gezerrt werden.

Gefahren tun sich jetzt in erster Linie für Nutzer auf, die nur selten ihren Facebook-Auftritt besuchen oder schon lange ruhen lassen. Sie könnten eine böse Überraschung erleben, wenn sie in einigen Wochen mal wieder auf der Seite vorbeischauen und die Sieben-Tage-Frist verpasst haben.

Nachdem Facebook Timeline auf einem Konto scharf geschaltet worden ist, sollten alle Inhalte überprüft, für die Allgemeinheit freigegeben, als privat („Nur für mich“) gekennzeichnet, für Freunde geöffnet oder noch schnell gelöscht werden. Timeline wird die bisherige Profilseite ersetzen und gleichzeitig eine lückenlose Dokumentation aller Facebook-Einträge und Aktivitäten erstellen und veröffentlichen.

Bei der Vorstellung des Services in 2011 hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bereits angedeutet, dass es einen Zwang zu Timeline geben werde: „Irgendwann wird es einen Zeitpunkt geben, an dem es sich nicht mehr lohnt, zwei verschiedene Profilseiten weiterzuentwickeln“, erklärte er auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. Der frühe Zeitpunkt überrascht allerdings.

Es könnte damit zusammenhängen, dass Facebook einen 100 Milliarden-Dollar schweren Börsengang plant. Zusammen mit Timeline werden neue Apps eingeführt, die das „nahtlose“ Teilen von Aktivitäten ermöglichen. Einmal aktiviert sammeln und verwerten sie  24-Stunden rund um die Uhr Informationen über die Nutzer.

Eine möglichst  schnelle Verbreitung der Technologie, mit der sich in erster Linie gezieltere und personalisierte Werbe-Einblendungen verkaufen lassen, ist wichtig für die Umsatzentwicklung des Social Networks. Bei Datenschützern weltweit sind sowohl die Apps als auch die Timeline-Funktion heftig umstritten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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