Facebook, Twitter, Google Die digitalen Waffen der modernen Revolutionäre

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Wie Netzaktivisten im Westen helfen
Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi fürchtet das Internet. Nachts wird es blockiert. Quelle: dpa

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi fürchtet das Internet. Nachts wird es blockiert.

(Foto: dpa)

Internetaktivisten aus dem Westen unterstützen die Bevölkerung der arabischen Staaten mit ihren Mitteln. Als Ägypten das Netz abschaltete, stellten westliche Internet-Aktivisten Einwahlverbindungen über das Telefonnetz bereit. Für Libyen bietet der niederländische Hacker und Gründer des Internet-Providers XS4All, Rop Gonggrijp, einen Einwahlknoten per Telefonverbindung an. Google startete während der Abschaltung des Internets in Ägypten einen Service, der Telefonanrufe in Twitter-Nachrichten umwandelte.

Wenn das Internet nicht komplett blockiert ist, sondern nur einzelne Seiten wie Facebook und Twitter gesperrt wurden, können sich Oppositionelle vor Ort mit ausländischen Proxy-Servern behelfen. Sie leiten den Datenverkehr ins Ausland um und ermöglichen so einen ungehinderten Zugriff auf das Internet. Besonders beliebt ist dabei das Netzwerk TOR, das durch die verschlüsselte Übertragung über mehrere Proxy-Server dem Surfer außerdem Anonymität gewährt. Ein entsprechendes Netzwerk wird von Freiwilligen auf der ganzen Welt seit 2002 aufgebaut, vor allem um oppositionelle Gruppen in Ländern zu schützen, die keinen freien Zugang zu Internetseiten gewähren.

Auch die westliche Hacker-Gruppe Anonymous mischte wieder mit. Auf ihrem Blog rufen die Aktivisten Internetnutzer dazu auf, Regierungs-Websites mittels des Tools LOIC mit Anfragen zu überfluten. Dabei wird die Website von Tausenden Internetusern gleichzeitig mit sinnlosen Anfragen bombardiert, sodass die Server unter der Last zusammenbrechen. Mehrfach wurden Regierungswebsites so erfolgreich lahm gelegt. Auch die Faxnummern von Regierungsstellen werden von Anonymous im Netz verbreitet - zusammen mit dem Aufruf die Nummern mit Faxen zu überfluten.

Doch wie wichtig ist die Rolle, die das Internet für die Aufstände in der arabischen Welt spielt? Das Internet ist für die Demonstranten natürlich nur ein Kommunikationskanal unter vielen, berichtet die Nahost-Expertin Anne Alexander von der Cambridge-Universität für die BBC, die bei den Protesten in Ägypten vor Ort war. "Wo man hinsieht waren Mobiltelefone, Plakate, Nachrichten, die über Zettel verteilt wurden, Graffitis, Zeitungen, Flugblätter". Wenn ein Nachrichtenkanal blockiert wird, nutzen die Menschen einen anderen, so Alexander. Jede Massenbewegung benötige Räume, in denen politische Alternativen diskutiert werden. Diese Räume seien in den 1940er, als Ägypten die letzten Massenproteste erlebte, beispielsweise Bücherläden, Untergrundzeitungen und illegale Gewerkschaftstreffen gewesen. Heute, so Alexander, seien diese Räume häufig online.

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1 Kommentar zu "Facebook, Twitter, Google: Die digitalen Waffen der modernen Revolutionäre"

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  • Ja, ja das Internet ist mächtig. Daher implementieren immer mehr Regierungen ein Not-Aus-Schalter fürs Internet (bisher bekannt: USA, Österreich, Deutschland) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oesterreich-bereitet-Kill-Switch-fuer-das-Internet-vor-2-Update-1181448.html
    http://www.wahrheitsnetzwerk.de/index.html
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,700136,00.html

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