Fantasyspiele aus Deutschland für den Weltmarkt
Millionen mit der Zauberwelt

Die deutschen Produzenten von Computerspielen stehen am Scheideweg. Entweder schaffen sie den Sprung in die internationale Liga und die Entwicklung von Spielen für Videokonsolen, oder sie drohen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Die Millionenbudgets für hochwertige digitale Unterhaltung lassen sich allein durch Verkäufe im deutschsprachigen Markt immer schwerer erwirtschaften.

HB DÜSSELDORF. Wenn am Wochenende der Verkauf des Fantasyabenteuers "Sacred" startet, beginnt bei Ascaron in Gütersloh das große Hoffen. Das neue Spiel, an dem über Jahre gearbeitet wurde, soll dem kleinen Entwicklerstudio endgültig den Weg in die Liga der internationalen Spielentwickler ebnen. Dafür muss sich das Spiel aber auch hunderttausendfach verkaufen.

"Die Internationalisierung hat einen enormen Schub gebracht", sagt Holger Flöttmann, Gründer der Ascaron Entertainment GmbH. Früher hätte man es sich "in der deutschen Nische" bequem gemacht, räumt er ein. Die Quittung: Anfang 2002 konnte sich das Unternehmen nur noch mit einer Landesbürgschaft zur Sicherung von Arbeitsplätzen über Wasser halten. Mit dem Geld wurde dann der Aufbau eines Auslandsvertriebs forciert. Heute (Geschäftsjahr 2003/04 zum 31.3.) werden mit 70 Mitarbeitern über 8 Mill. Euro umgesetzt, 40 % davon im Ausland, Tendenz steigend.

Viel musste aber neu gelernt werden, um weltweit zu bestehen. Die Software wird jetzt besser auf den internationalen Geschmack ausgerichtet, die Benutzerführungen einfacher gehalten. Deutsche Spiele sind oft zu kompliziert, sagt Flöttmann.

Dafür liegt die Messlatte jetzt auch hoch: das fast 50 Euro teure Fantasy- und Rollenspiel Sacred im Vertrieb von Take 2 soll sich über 150 000 mal alleine im deutschsprachigen Raum verkaufen, im Ausland wird "deutlich mehr" erwartet, die Vorverkäufe liegen schon bei über 400 000 Stück.

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