Fernsehen und gleichzeitig surfen
Yahoo-Internetfunktionen sollen auf TV-Schirm

Intel und Yahoo wollen gemeinsam Internet-Dienste auf TV-Geräte bringen – und das Ganze ohne PC und ohne Kabel-Abonnement. Dabei geht es um Angebote wie zum Beispiel Wetter-Informationen, E-Mail, Aktienkurse oder Nachrichten und weniger darum, auf die Fernseher die gewohnte Internet-Nutzung am PC zu übertragen.

DÜSSELDORF. Mit Freunden chatten, Börsenkurse verfolgen, die Sportnachrichten und den Wetterbericht anschauen, während man die Lieblingsserie im TV sieht. Wenn es nach Intel und Yahoo geht, wird das bald flächendeckend die Realität sein in vernetzten Wohnzimmern – selbst wenn man keinen digitalen TV-Kabel- oder Web-TV-Sender abonniert hat. Die beiden Giganten aus dem Web- und IT-Bereich haben gestern in San Francisco ihre Pläne für einen sogenannten „Widget Channel“ vorgestellt. Geplant ist ein offenes System für TV-Anwendungen, das für Fernseher oder Settop-Boxen mit Intel-Architektur optimiert ist.

Für Intel ist das schon der dritte Vorstoß in die Unterhaltungselektronik. Der jüngste Versuch, die Plattform „Viiv“ für TV-PCs war 2007 sanft entschlafen. Doch der Chipriese meint es weiter ernst: „Bis 2012 wollen wir im Bereich der Unterhaltungselektronik zehn Milliarden Dollar umsetzen“, macht Intel-Chef Paul Otellini unmissverständlich klar.

Für Yahoo geht es um die Wurst. Die zweitgrößte Suchmaschine der Welt will seine noch immer starke Internetposition „auch auf das ’Filmische Internet’ ausweiten“, bekräftigt Yahoo-Vorstand Marco Börries. Auch Konkurrent Google ist längst im TV unterwegs. In kalifornischen Kabelnetzen laufen Versuche, bei denen der Suchmaschinenbetreiber über lokale Anbieter Webdienste auf die Fernseher bringt – und natürlich bezahlte Werbung. Software- und Web-Werberiese Microsoft hat für seine Spielekonsole Xbox360 eine passende Software fertig. Sie macht die Xbox zur Web-TV-Settop-Box und wird an Kabelanbieter verkauft. Yahoo darf den Zug nicht verpassen, weiß Börries.

Basis des Widget Channels ist die fünfte Generation der Yahoo Widget Engine, einer Software, die kleine Softwareschnipsel aus dem Internet sammelt – so genannte „TV-Widgets“ – und überträgt. Widgets haben 2007 mit ihrer Einführung auf der Social Networking-Plattform Facebook einen fulminanten Aufschwung erlebt: Einzelne Anwendungen, wie etwa ein Wörterspiel nach Art von „Scrabble“, haben täglich Millionen Nutzer.

Hersteller wie Samsung oder Toshiba haben angekündigt, den Widget-Channel integrieren zu wollen. Auch der Auktionsanbieter eBay oder Twitter (ein Kurznachrichtendienst) sind mit dabei. Der Video-Verleiher Blockbuster plant ein Widget, mit dem sich DVDs per Post oder zum Download ordern lassen.

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